Die Neuorientierung Europas findet schon statt. Im Donbass…

Переориентировка Европы уже началась. В Донбассе…


Donezk ZeitВышел 22-й номер газеты «Донецкое время»

Artikel weiter unten in deutscher Übersetzung von Ally Aljona Malzev

Далее внизу статья в немецком переводе

Zukunftsanalyse von voicedonbass der besonderen Art

Специфический прогноз будущего от voicedonbass. В заголовке – фраза, которая кое-кого заставит улыбнуться. Многих – замолчать. Другие закричат: «Чего только не пишет этот идиот». Но те, кто действительно задумываются, знают, что уже существует доказательство, что события будут развиваться именно так. Европа найдет свой собственный путь, которым люди Донбасса уже идут, им живут и ежедневно за него умирают. Последнее – с упрямым выражением на лице, которое говорит: Знаете что, пошли вы все на… Моей смертью вам историю не остановить.

Ein Satz als Überschrift, den so manch einer belächelt. Viele zum Schweigen bringt, Andere werden schreien:“Was quatscht der Idiot da“. Und doch, wer wirklich nachdenkt weiß, dass der Beweis schon erbracht ist, dass es so kommt. Europa wird seinen eigenen Weg finden, wie ihn die Donbassmenschen bereits leben und täglich dafür sterben. Letzteres mit einem nun verbissenem Ausdruck im Gesicht der da sagt: Wisst ihr alle was, ihr könnt uns am Arsch lecken. Ihr haltet die Geschichte mit meinem Tod nicht auf.

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Welchen Weg wird Europa finden ?

Weg von der Lüge, weil die Lüge seine Zeichen schon hinterlassen hat. Die Lüge hat 2X3 Buchstaben. USA & BRD . Die Menschen im Donbass gehen unbeirrt ihren Weg hin zu ihrer eigenen Wahrheit, wie auch Europa schon seinen – nicht mehr Obama/Merkel-Weg geht. Noch kostete die Flüchtlings- Lüge in West-Europa nur ein par Tote. Der Donbass ist schon blutgetränkt mit zehntausenden Toten.  Die Wahrheit wird siegen. Im Donbass und in ganz Europa. Auch wenn in Westeuropa sicher noch es ein par Leichenberge auf die Wahrheit warten. MIt der Erkenntnis, erkennt Europa auch die Ukraine-Lüge der USA/BRD- Connection.

Der Donbass geht unbeirrt seinen Weg in die Freiheit. Niemand in der Ukraine wird es schaffen, ihre neue Welt des angstlosen Miteinander zu zerstören. Den Mut nehmen sie aus sich selbst. Und wenn dieser Mut einmal doch zur Angst wird, kommt in Form des Briefträgers, der die Rente bringt,  oder des Klempners, der das zerschossene Wasserrohr flickt, bis hin zum Strom, der wieder angeht, weil Menschen für Menschen sich engagieren, der Mut mit großen Schritten zurück.  Da hat die Lüge auf Dauer keine Chance.

Der Donbass wird schon in Kürze beginnen einen Riesen wirtschaftlichen Schritt zu machen.Mit diesem Schritt wächst die Hoffnung der Westukrainer darauf, dass sie teilhaben können. Westukrainische Unternehmen werden in Scharen in den beiden Republiken sich ansiedeln. Nur so, bleibt der Weg in die Zollunion für sie ein Markt. Und , nur eine Mauer so hoch wie die Welt würde die Nachricht nicht nach Kiew tragen. Doch Kiew ist nicht mal mehr dazu in der Lage, eine klitzekleine Mauer zu bauen.

Какой путь выберет Европа? Путь лжи, потому что ложь уже расставила свои знаки. Ложь имеет свое имя, оно состоит из 2х3 букв: США и ФРГ. Люди Донбасса неуклонно идут своим путем к своей собственной правде, так же как и Европа потихоньку сворачивает на свой путь – который больше не путь Обамы/Меркель. Ложь по поводу беженцев еще обойдется Европе в несколько смертей. Донбасс уже давно пропитан кровью десятка тысяч погибших. Правда победит. В Донбассе и во всей Европе. Даже если в Западной Европе несколько гор трупов еще дожидаются правды. Когда Европа поймет это, она осознает и украинскую ложь преступного сообщества США /ФРГ. Донбасс неуклонно движется своим путем к свободе. Никому на Украине не удастся разрушить его новый путь с сосуществованием, свободным от страха. Они черпают мужество из самих себя. И если это мужество порой превращается в страх, то вскоре оно снова приходит широким шагом – в форме почтальонши, которая под обстрелом разносит пенсии, или сантехника, который чинит простреленный водопровод, или электрика, который снова подключает свет, потому что люди стараются для людей. Поэтому ложь не имеет в долгосрочной перспективе ни единого шанса. Донбасс скоро начнет делать огромные шаги в экономике. С этими шагами возрастет надежда западных украинцев, что они тоже смогут в этом поучаствовать. Предприятия Западной Украины встанут в очередь, чтобы открыть свои филиалы в обеих республиках или перенести туда производство. Только в этом случае им будет открыт путь на рынок Таможенного Союза. Только стена высотой во весь мир помешала бы донести это до Киева. Но Киев больше не в состоянии построить даже крошечную стену.

Unsere Leute

ALLTAG VON TRUDOWSKIJE

Autoren Ewgenij MITIN und Oleg ANTIPOW. Foto von Sachar Zhaworonkow. Ins Deutsche übersetzt von Ally Aljona Malzev
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Über das Leben in der Siedlung Trudowskije kann man in unseren Medien eher selten etwas erfahren. Über Beschuss und seine Folgen kommt die Information regelmäßig. Davon aber, wie es unseren Leuten, eigentlich an der Frontlinie, geht, wird nur fragmentär und allgemein berichtet. Um Freud und Leid der Bewohner von Trudowskije mit eigenen Augen zu sehen und mit eigenen Ohren zu hören, haben wir uns in die Frontsiedlung begeben…

Gestern oder morgen

DSC_3689Lebensbedingungen?“ sagt Nikolaj Begma von der Karnawalnaja-Straße. „Ehrlich gesagt, Bedingungen für ein normales Leben haben wir so gut wie keine. Ständiger Beschuss, Spannung, Hektik. Das und vieles andere wirkt sich auf die Gesundheit aus. Der Beschuss dauert Tag und Nacht. Lassen Sie uns ins Haus gehen, Sie werden alles selbst sehen. Hier ist es, ein Loch in der Decke. Vor ungefähr einem halben Jahr ist das alles passiert. Eine Granate hat das Dach getroffen. Keine Verglasung übrig, Fensterrahmen alle beschädigt, die Eingangstür auch. Also, das Gebäude ist von innen vollständig beschädigt.“

Sagen Sie bitte, sicher sind die Nachbarn als erste gekommen, als diese Not auf Sie herabgestürzt ist?“

Wissen sie, die Nachbarn waren zu diesem Zeitpunkt gerade woanders. Und wenn der Beschuss zu Ende ist, treffen wir uns natürlich, besprechen die Geschehnisse, teilen miteinander, wer und so gut wie den Betroffenen helfen kann. Manchmal ist es schwer, jemanden telefonisch zu erreichen, weil die Telefonverbindung nicht immer einwandfrei funktioniert. Natürlich sind alle müde von dem Ganzen. Ich sage es so: Wenn es gestern oder morgen zu einem Ende gekommen wäre bzw. kommen würde, wären alle heilfroh. Unter allen Umständen muss man aber weiterleben. Das versuchen wir eben.“

Nah an der Frontlinie

DSC_3914Wie wir leben?“ beginnt Sinaida Krawtschenko, Bewohnerin des Hauses Nr. 5 in der Lugowski-Straße. „Hier sind wir mit einer Freundin gesessen; das Haus wurde direkt getroffen, es hat uns mit Ziegelsteinen, Putz, mit allem möglichen verschüttet. Ich weiß es noch ganz genau, es ist am 27. September 2014 passiert. Und am 4. Januar 2015 wurde Walja Strelez verstümmelt. Sie ist ohne ein Auge geblieben und wurde stark am Kopf verwundet. Es hat sie echt stark getroffen.“

Als sie über den Wiederaufbau der Wohnhäuser spricht, die von den ukrainischen Strafeinheiten zerstört wurden, erklärt Sinaida Matwejewna:

DSC_3895Ob sie uns beim Wiederaufbau helfen? Jetzt nicht. Warum? Sehr einfach: weil wir uns ganz nah an der Berührungslinie befinden. Eigenhändig werden wir natürlich einiges reparieren, soweit es finanziell möglich ist. Es ist auch vorgekommen, dass Tore im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße lagen. In der vorigen Woche haben sie wieder die Garagenwand zertrümmert. Ich habe einen Schlaganfall bekommen. Ich wurde operiert. Stellen Sie sich vor, es hat uns 50.000 Rubel gekostet. Ich musste mir Geld leihen. Das muss ich noch zurückzahlen. So leben wir.“

Wer ist wer

DSC_3982Die Kirche ist in dieser Zeit zu etwas Größerem geworden, als in der Friedenszeit,“ überlegt Elena Skripnik, eine Volontärin. „Meine dreijährige Tochter fragt immer: ‚Mutti, wann gehen wir in die Kirche?‘ Menschen kommen doch dorthin, um sich auszuweinen, ihre Trauer zu teilen, zu versuchen, schreckliche Erlebnisse irgendwie zu verarbeiten. Wir treffen uns dort, tauschen Neuigkeiten aus. Hauptsächlich geht es natürlich darum, was getroffen wurde, was beschädigt wurde, ob alle noch leben… Dieser Krieg hat uns gezeigt, wer in Wirklichkeit wer ist. Nehmen wir einen von vielen Fällen von Beschusses: Eine Granate hat das Haus eines Mannes getroffen, es hat gebrannt, das Feuer hat sich auf das Nachbarhaus ausgebreitet. Trotz tiefer Nacht und ununterbrochenem Beschuss sind wir Nachbarn zur Hilfe gerannt, haben das Feuer gelöscht, alles getan, was in unserer Macht stand. Sonst wären die Leute sogar ohne Wände geblieben. Außerdem versuchen wir, neben solchen dramatischen Fällen auch für den Alltag einiges zu tun. Auch humanitäre Hilfe, Brennholz, Kohle… Wir begehen die Leute und erkundigen uns, wer welche Hilfe benötigt. Wir verstehen sehr wohl, dass wir nicht allen helfen können, tun aber möglichst viel. Was ist eine unserer Postboten-Mädchen schon alleine Wert! Sie ist eine wahre Heldin. Stellen Sie sich vor, sie hat sich während eines Beschusses durch Schlaglöcher gekämpft, unter Kugeln und Granatensplittern den Bewohnern der Siedlung Selenij Gaj ihre Rente gebracht. Auf das Erstaunen aller antwortet sie: ‚Wenn ich den Alten ihre Rente nicht bringe, wovon sollen sie denn leben?‘“

Solidarität der Nachbarn

Diese Mauer ist direkt auf mich eingestürzt,“ sagt die Rentnerin Valentina Strelez, ohne die Tränen halten zu können. „Es ist am 4. Januar 2015 passiert. So haben sie mir zum Silvester gratuliert…“

Die Hausherrin führt uns ins Innere ihres Hauses. Die Wände sind von todbringenden Granatensplittern gelöchert, eine Zimmerecke und die Decke sind in einem fürchterlichen Zustand.

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Die Nachbarn haben mir geholfen, wie sie nur konnten, den zerstörten Teil des Hauses fast mit Ziegelstein nach Ziegelstein wiederaufgebaut,“ erinnert sich die Rentnerin, die Tränen abwischend. „Wenn sie das nicht getan hätten, wäre das Haus höchstwahrscheinlich eingestürzt. Ich weiß gar nicht, wie ich ihnen danken soll. Trotzdem musste ich riesige Schulden machen, um fehlende Baumaterialien zu kaufen: Betonklötze, Schiefer. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie ich diese Schulden zurückzahlen soll. Ich bin doch ohne ein Auge geblieben, mein Kopf war so zerschlagen, dass ich operiert werden musste, mir eine Platte einbauen lassen musste, ein Arm war gebrochen. Bald muss ich die 5. Operation am Auge machen lassen. Wo soll ich das Geld dafür auftreiben? Die Rente bekomme ich Gott sei Dank, aber die reicht hinten und vorne nicht. Wofür bekomme ich eine solche Strafe?“

Die Kraft des Mitgefühls

In der Nacht vom 7. auf den 8. August 2015 während eines Kampfes hat eine Mine unseren Hof getroffen,“ erinnert sich mit Horror Olga Karpowa, Bewohnerin der Tshernogorskaja-Straße. „Ich war in der Küche, weil bei mir den ganzen Tag die Wasserleitung repariert wurde, wir mussten Schränke zur Seite schieben, und gerade sie, diese Schränke, haben mich geschützt. Einige Splitter haben zwar meinen Hals getroffen, auch eine Schulter, ein wenig ins Gesicht, und eine Herzprellung habe ich abbekommen. Ich habe ungefähr zwei Wochen nach dem Vorfall nicht normal sprechen können, habe gestottert. Die Minenexplosion ist ganz plötzlich passiert, es war sehr schwer, zu verstehen, was los war. Mir ist sogar der Gedanke gekommen, dass der Elektroherd aus irgendeinem Grund explodiert ist. Die Fenstergläser im Haus wurden natürlich durch die Splitter und die Explosionswelle zerschlagen. Ich war im Schockzustand, habe stark geblutet, konnte mich an niemanden wenden, weil alle sich in Kellern versteckt haben. Gegen Morgen wurde die Blutung etwas abgeschwächt, ich ging zu den Soldaten auf den Blockposten, und die haben mir sofort einen Krankenwagen gerufen. Später habe ich im Hof noch drei weitere nicht explodierte Minen entdeckt.

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Sprengstoffexperten sind hierhergekommen, haben sie in eine Grube gesammelt und explodieren lassen. In Wirklichkeit sind die Minen sehr heimtückisch. Die Sprengstoffexperten haben mir versprochen, noch einmal zu kommen und den Garten gründlich zu untersuchen, weil sich dort noch weitere nicht explodierte „Geschenke“ befinden könnten. Hier ist als sehr, sehr viel von allem geflogen. Durch Granaten wurden selbst vieljährige Bäume mit den Wurzeln ausgerissen.“

Dann hat Olga Wiktorowna ihre Überlegungen über das Geschehen in Donbass mit uns geteilt:

Der Krieg ist eine Sache, die sich sehr schwer mit Worten beschreiben lässt. Das muss man erlebt haben, all seinen Horror auf eigener Haut gespürt haben. Aber solche Prüfungen wünsche ich niemandem. Diese Empfindungen kann man mit einem Albtraum vergleichen, der nicht endet. Ich kann diese Trägheit der Weltgemeinschaft nicht begreifen, die uns nicht hilft, diesen Unfug zu bezwingen. Vielleicht glauben sie, dass die Geschehnisse bei uns irgendwo weit weg von ihnen stattfinden. Sie erleben nicht diesen ständigen Beschuss, diesen unendlichen Schreck und Horror. Aber andererseits haben sie nicht diese kostbare Lebenserfahrung gewonnen, die die Kraft des Mitgefühls gibt. Wissen Sie, die Priester in den Kirchen danken diesem Krieg in dem Sinne, dass wir dadurch tiefer in der Seele geworden sind. Aber, ich wiederhole, behüte euch lieber Gott vor solchen Erlebnissen. Das ist sehr schwer. Wissen Sie, der Krieg hat noch eine Seite. Niemand kommt lebendig von einem Krieg zurück. Solche Ereignisse verändern Menschen so stark, dass sie nie mehr wie früher sein werden. Ich habe das Gefühl, dass der Krieg alle tötet, selbst diejenigen, die körperlich überleben. Und das alte kultivierte Europa sollte das eigentlich verstehen.“

Das Apothekenproblem

Wissen sie, trotz unserer geographischen Lage – wir befinden uns doch ganz nah an der Frontlinie – funktionieren bei uns alle Kommunaldienste ausgezeichnet,“ erklärt mit Stolz Lilia Wassiljewna Gorbenko, Beauftragte für Bevölkerungsarbeit. „Strom, Wasserleitung, Gas – all das haben wir. Und falls die Kommunikationen unterbrochen werden bzw. von einem Splitter getroffen, fahren die Männer unter Einsatz ihrer Leben, trotz des Beschusses, zur Reparatur nach der ersten Meldung. Ihre Selbstlosigkeit verdient höchste Auszeichnungen. Was ich erstaunlich finde, vor dem Krieg war so etwas nicht der Fall. Riesigen Dank ihnen, dass sie uns nicht im Stich lassen. Die Mediziner sind nicht weniger Helden. Sie fahren hinaus trotz des Beschusses und helfen uns. Einige Lebensmittelgeschäfte haben geöffnet. Das einzige Problem neben dem Krieg: die Apotheken funktionieren nicht. Früher hatten wir vier davon, jetzt gibt es keine. Sie hätten für uns zumindest einen mobilen Verkauf von Medikamenten organisieren können. Um die einfachsten Sachen zu kaufen, muss man in die Stadt fahren, und zurückzukehren ist nicht immer möglich. Der Beschuss beginnt in der Regel nachmittags, gegen Abend, und der Verkehr hört auf, zu fahren. Und dann darf man gucken wo man bleibt.“

Einsatz von Nervenkräften

Eine Zeit lang habe ich mich mit der Verteilung humanitärer Hilfe in der Siedlung beschäftigt,“ erzählt Tamara Kalugina, Beauftragte für Bevölkerungsarbeit. „Es ist schrecklich, mich zu erinnern, wie viel Kräfte und Nerven mir das gekostet hat. Stellen Sie sich vor: Humanitäre Hilfe wird, zum Beispiel, in die Verwaltung der Siedlung geliefert, die Menschen kommen, stehen Schlange, und da beginnt der Beschuss. Wo sollen sie hin? Es ist so ein Horror, dass man sich nicht einmal mehr um diese Nahrungsmittel kümmert.“

Schauen Sie, wie viel Leid dieser Beschuss den Menschen gebracht hat,“ sagt Tamara Grigorjewna traurig, und zeigt auf die zerstörten Häuser ihrer Nachbarn. „Hier gab es früher eine Garage, jetzt nur noch Ruinen. Die anderen hatten hier eine Sommerküche. Und schauen Sie, was davon übrig geblieben ist. Und bei denen hat eine Granate das Dach getroffen und es vollständig zerstört. Schauen Sie sich dieses Haus an: es wurde von vier Granaten von ‚Grad‘ getroffen. Und es gibt unzählige solche Fälle.“

Wir kommen zum Haus von Tamara Grigorjewna. Die Straße vor ihm ist durch Minen aufgewühlt. Die Bewohner kommen kaum nach, die entstehenden Trichter zuzuschütten.

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Und hier ist eine Spur vom ‚Grad‘-Geschoss zwei Meter von meinem Haus,“ setzt Tamara Grigorjewna ihre schreckliche Begehung fort. „Die Mauern des Hauses sind durch irgendein Wunder stehen geblieben. Die Fenster sind zwar herausgeflogen, und der Metallzaun wurde durch Splitter gelöchert. Ich war gerade in der Garage, wenn es dort, behüte mich lieber Gott, getroffen hätte, weiß ich gar nicht, was aus mir geworden wäre.“

In Dauergefahrzone

Wir begeben uns an die nächste Adresse. Hier wohnt Wiktoria Kosak-Karaban, Mutter von vier Kindern.

Eine Tochter lebt schon seit einem halben Jahr selbstständig, der Sohn ist bei der Volkswehr, die andere Tochter geht in die erste Klasse, und die Kleinste geht in den Kindergarten,“ erzählt uns Wiktoria über ihre Familie. „Und mein Mann ist in Russland als Gastarbeiter, wie haben ja eine angespannte Arbeitsmarktlage.“

Wir gehen ins Haus. Die Hausherrin zeigt uns gleich eine Spur auf der Schwelle, wo eine Mine getroffen hat. Wiktoria reicht uns den Schwanzteil der Mine:

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Genau hier hat dieses Eisenstück gesteckt – es ist durch das Dach geflogen und im Betonfußboden stecken geblieben,“ erzählt uns die Mutter von vier Kindern. „Buchstäblich ein paar Tage vor dem Geschehen sind wir mit meinem Mann und den Kindern ins Nachbarhaus umgezogen, weil dieses noch keinen Ofen hatte. Das hat uns alle gerettet.“

Ich habe gehört, dass in Ihrer Gegend Scharfschützen tätig sind, und dass man daher gut aufpassen muss.“

Ja, das ist Wahr,“ erzählt Wiktoria, als ob es etwas ganz alltägliches wäre. „Es gab Vorfälle, wo Zivilbewohner von Kugeln der Scharfschützen getötet wurden. Eine Frau hat es während eines Beschusses nicht geschafft, sich in Sicherheit zu bringen, und wurde aus einer Scharfschützenwaffe getötet. So haben wir reichlich Lebensgefahr.“

Die Gewohnheit, sich nicht zu verstecken

Gut, dass Sie gekommen sind, ich kaufe Ihre Zeitung ständig und lese sie mit Vergnügen,“ begegnet uns freudig vor ihrer Haustür Ljubow‘ Iwanowna Bogdanowa. „Schauen Sie, was wir alles im Hof haben: Sommerküche, ein gemütliches Pavillon für zwanzig Leute, und jetzt gibt es nur noch Berge von verbranntem Müll.“

Im Haufen der Ruinen sind Gerüste ehemaliger Haustechnik sichtbar: Kühlschrank, Waschmaschine, Mikrowelle. Zerstörte, verbrannte Möbel, Geschirr.

Zwei Schuppen und ein Wasserbrunnen wurden auch vernichtet,“ fährt Ljubow‘ Iwanowna fort. „So ‚beglückt‘ hat man uns am 5. August 2014. Mein Man und ich waren damals im Bombenkeller. Und am Morgen kam unser Sohn, um uns abzuholen, und, ohne uns über den Treff ins Haus zu erzählen, brachte er uns in Textilschik zu unserem Verwandten. Wir sind dort einige Monate geblieben. Jetzt sind wir zurückgekommen. Wir leben mit meinem Mann zu zweit. Er ist behindert, dazu hat er auch noch eine Hüftgelenkfraktur, er steht also gar nicht mehr auf. Und wenn der Beschuss beginnt, verstecken wir uns nicht mehr, wir bleiben einfach zu Hause. Wir haben uns schon damit abgefunden. Gestern Abend ist es über unserem Haus so geflogen, dass das ganze Haus gezittert hat. Obwohl ich schon verstehe, dass es eine schlechte Angewohnheit ist.“

Es kommt, wie es kommt

Wir hatten noch vor, die Siedlung Selenij Gaj zu besuchen, aber die hiesigen Bewohner haben uns das ausgeredet. Die Siedlung ist im Visier der Scharfschützen, tödliche „Geschenke“ der ukrainischen Strafeinheiten fliegen oft dorthin. Daher ist es, gelinde gesagt, nicht ungefährlich, dort um die Häuser zu ziehen. Und trotzdem haben wir es geschafft, uns mit Bewohnern von Gaj zu unterhalten.

Wassilij Iwanowitsch, der Witze darüber macht, dass sein Nachname Tschapajew ist, erzählte vom Alltag:

Ich wohne ca. 300 m von Fluss Osykowa entfernt. Nachdem es dunkel wird und bis 11 – 02 Uhr in der Nacht schießen die Ukropen volle Pulle. Aus Maschinengewehren, Granatenwerfern, Kanonen, Tanken schießen sie von der Seite von Marjinka. Bei uns in Selenij Gaj sind sieben Häuser verbrannt. Viele zerstörte sowieso. Von den 300 Vorkriegs-Höfen sind nur 10-12 Familien geblieben. Leute mit kleinen Kindern sind nach Textilschik umgezogen. Für die übriggebliebenen fungiert der Busbahnhof ‚Trudowskije‘ als Zentrum der Zivilisation. Hier gibt es ein paar Geschäfte. Von hier aus kann man, wenn nötig, in die Stadt fahren. Der öffentliche Verkehr fährt Gott sei Dank ordentlich. Auch mit Menschen kann man sich hier unterhalten. Erfahren, was, wo, wie ist. Eine Apotheke gibt es leider nicht. Medikamente holen wir von Petrowka oder vom 14. Krankenhaus.

Verläuft das Leben hauptsächlich im Keller?“

-Ja. Im Keller. Aber in letzter Zeit liege ich, wenn geschossen wird, auf dem Bett und gehe nirgendwohin. Es kommt wie es eben kommt. Wenn es wirklich trifft, tötet es mich genauso im Keller wie im Haus. Neulich haben wir wieder Strom bekommen. Wegen des Beschusses der Umspannungsstationen konnten sie ihn für uns eine lange Zeit nicht einschalten. Der Kommunaldienst kommt, wenn nötig. Was uns Sorgen macht, sind die Scharfschützen. Sie können auch mal nicht auf Menschen schießen, sondern einfach nur Angst einjagen. Damit wir Angst haben, nervös werden. Obwohl, eine Frau hat ein Scharfschütze im eigenen Hof getötet. Mein Sohn und ich helfen den Nachbarn, die Häuser da und dort zu reparieren. Wir haben Angst, aber was soll‘s. Neulich gab es einen Vorfall: Wir haben gerade ein Dach gedeckt, und dann hat ein Beschuss aus Minenwerfern begonnen. Über dem Kopf flogen pfeifend Granaten. Wir sind heruntergesprungen. Als der Beschuss aufgehört hat, sind wir wieder hochgeklettert und haben weitergemacht. Wir haben hier ja alte Leute, die nicht weit laufen können. Die Quartalsbeauftragte hat mich angerufen: Hier und dort wird humanitäre Hilfe verteilt. Ich bin dorthin gefahren, habe Lebensmittel abgeholt und den Leuten gebracht.“

Voicedonbass  als Nachtrag , persönlicher Brief aus Donezk, nun schon älter als 1 Jahr und doch so aktuell wie der gesamte Beitrag.     В дополнение Voicedonbass хотел бы вспомнить личное письмо из Донецка, полученное более года назад и все же не менее актуальное, чем сама статья.

Liebe Magdalena, Olga und Frank.  Уважаемая Ольга,

если г.Франк и все Вы не имеете возражений, мы  все хотели бы начать публикацию о врачах именно с этого человека – нашего коллеги, работавшего с нами бок о бок, и погибшего от пули  снайпера.

Wir möchten, wie von euch gewünscht, alle Publikationen über die Ärzte des Krankenhauses genau mit diesem Menschen beginnen – unserem Kollegen, der mit uns Seite an Seite gearbeitet hat und durch eine Kugel eines Scharfschützen ermordet wurde. .                        Mit Doktor Stawinskij

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Ein Kriegshospital ist kein lustiger Ort. „Lustige Krankenhäuser“ gibt es nicht auf der Welt, aber dieses ist etwas ganz besonders. Denn hier hat sich der Krieg angesiedelt. Schrecklicher, blutiger, mit all seinen unheimlichen Begleitern – der Trauer, der Zerrüttung, dem Tod. Wir kämpfen hier. Kämpfen mit dem Schmerz, mit dem Leid, mit den harten Lebensumständen, kämpfen für die Leben unserer Patienten, und siegen, trotz allem. Manchmal nimmt aber der Tod Oberhand. Und der grausame Krieg nimmt uns das wertvollste, was wir haben – unsere wertvollen Kollegen, unsere besten Ärzte.

Am 29.01.2015 um 23:00 wurde durch eine hinterhältige Kugel eines Scharfschützen neben der Siedlung Nikischino ein Arzt getötet – der Rettungsarzt STAWINSKIJ KONSTANTIN SERGEJEWITSCH (25.09.1963-29.01.2015). Der Mistkerl, der abgedrückt, hat, sah, dass es ein Arzt war – Konstantin stand vor der Eingangstür des Krankenhauses im weißen Kittel, wo er kurz rausgekommen ist, um schnell eine zu rauchen zwischen der endlosen Laufbahn der Operationen, die schon seit mehreren Tagen gedauert hatte. Er sah es – und tötete. Weil es für Unmenschen nichts Heiliges gibt – es ist egal, für wen die fatale Kugel gedacht ist – sei es ein alter Mann, eine Frau, ein Kind oder einfach ein Arzt – friedliche, normale Menschen ohne Waffen in den Händen. Ein Augenblick – und unser Kollege, unser großer Freund, unser lieber und hochintelligenter Doktor war nicht mehr da. Er war ein hervorragender Mensch, Sportler-Alpinist, Arzt von Berufung, Kardiologe, Rettungsarzt, der nicht nur in der Friedenszeit, sondern auch während des Krieges, den die blutige Kiewer Junta angezettelt hat, viele Leben gerettet hatte.

Konstantin Sergejewitsch diente seit Beginn des Krieges im Kriegshospital von Donezk, leitete eine Station und arbeitete an der Front. Dabei unterschied er nie zwischen „eigenen“ und „fremden“ verwundeten Soldaten. Er hielt den Eid des Hippokrates heilig, rettete Leben und behandelte nicht nur Soldaten von Neurussland, sondern auch gefangene ukrainische Soldaten, die die Leitung der ukrainischen Armee auf der Front dem Tod überließ. Auf die Initiative von Konstantin Sergejewitsch hin wurde zum ersten Mal, im September 2014, eine Rettungsbrigade direkt an der Front gegründet, die auch jetzt seine Arbeit fortsetzt – Rettung von Menschenleben, indem sie ihre eigenen riskieren.

Der Krieg hat dich genommen, unser werter Kollege, aber nichts kann uns die heilige Andacht an dich nehmen!Und hunderte von dir geretteter Leben werden dir jahrhundertelang als Denkmal dienen.

Уважаемая Ольга,

если г.Франк и все Вы не имеете возражений, мы  все хотели бы начать публикацию о врачах именно с этого человека – нашего коллеги, работавшего с нами бок о бок, и погибшего от пули  снайпера.

Военный Госпиталь – место невесёлое. Нет на свете «весёлых больниц», но эта – совершенно особенная. Ибо здесь поселилась война. Страшная, кровавая, со всеми её зловещими спутниками – горем, разрухой, смертью. Мы воюем здесь. Воюем с болью, со страданиями, с жестокими обстоятельствами бытия, воюем за жизни своих пациентов, и побеждаем, вопреки всему. Но иногда смерть берёт верх.  А жестокая война отбирает самое дорогое, что у нас есть – наших драгоценных коллег, наших лучших врачей.

29.01.2015 года в 23-00,  подлой пулей снайпера Вооружённых Сил Украины под населённым пунктом Никишино был убит врач – реаниматолог СТАВИНСКИЙ КОНСТАНТИН СЕРГЕЕВИЧ (25.09.1963 – 29.О1.2015). Подлец, нажавший курок, видел, что это был врач –  Константин стоял на крыльце больницы в белом халате, выйдя на минутку, чтобы покурить в перерыве между бесконечным потоком операций, длившихся уже какие сутки. Он видел – и убил. Ибо у нелюдей нет святого – и не имеет значения, для кого предназначена роковая  пуля – будь то старик, женщина, ребёнок или просто врач – мирные, обычные люди без оружия в руках. Мгновенье – и не стало нашего коллеги, нашего большого друга, нашего добрейшего и умнейшего доктора.

Это был замечательный  человек, спортсмен-альпинист,  врач от Бога, кардиолог, реаниматолог,  спасший многим людям жизни не только в мирное время, но и во время войны на Донбассе, развязанной кровавой киевской Хунтой.
Константин Сергеевич, с началом войны служил в Донецком Военном Госпитале, заведовал отделением и работал на передовой,  при этом никогда не делил раненых бойцов на «своих – чужих». Он свято чтил клятву Гиппократа, спасал жизни и лечил не только бойцов армии Новороссии, но и пленных украинских военных, которых бросало умирать на передовой командование ВСУ.
По инициативе  Константина Сергеевича впервые, в сентябре 2014 года,  была создана бригада  врачей -реаниматологов прямо на фронте,  на передовой,  которые и сейчас продолжают его дело – спасают жизни людей, рискуя своими.
Война забрала тебя, драгоценный наш коллега, но ничто не сумеет забрать светлую память о тебе!
И сотни спасённых тобой жизней будут лучшим памятником на века.

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4 Antworten zu Die Neuorientierung Europas findet schon statt. Im Donbass…

  1. Günter Hering schreibt:

    Hat dies auf Frieden für die Ukraine – beendet den Kalten Krieg! rebloggt und kommentierte:
    Erinnerungen an das Jahr 1945 in Deutschland werden wach. Damals meinten die Erwachsenen es ernst mit der Losung „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“. Und heute???

    Gefällt 1 Person

    • Frank Gottschlich schreibt:

      Tja, Herr Günter Hering… die Realität holt sie ein, die Generation, die ihren Vätern- Opas- Uropas Vorwürfe machten. Wenn auch nur leise. Und diese Generation läuft selbst geradewegs in ihr Verderben. Doch das Bollwerk Donbass kann der rettende Anker sein, für alle. liegt nun daran, dass es viele kapieren, bevor sie nicht mehr sind…

      Nur von einem bin ich überzeugt, weil ich die Menschen kenne im Donbass. Nur ganz wenige werden Schadenfreude erleben…

      Gefällt 1 Person

  2. Runenkrieger11 schreibt:

    Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

    Gefällt mir

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