Voicedonbass sucht menschliche Schutzschilder für die Kinder des Donbass (!)

Voicedonbass ищет человеческие щиты для защиты детей Донбасса

Der Friedenszug nach Donezk wird starten…..

Поход мира на Донецк начинается…

Der Wahnsinn muß ein Ende haben, dass durch die Ukrainische Armee russische Kinder durch Artilleriebeschuß im Donbass getötet werden.

Безумию, убивающему детей Донбасса при помощи артиллерийских обстрелов украинской армии, должен быть положен конец.

Bandera Faschismus 1

Нет, Порошенко, ты сам станешь трупом – с вероятностью 101%!

Es darf ganz einfach nicht mehr sein. Darum der ganz persönliche Aufruf an alle wirklichen Menschenrechtsaktivisten,  unter Einsatz des eigenen Lebens dafür Sorge zu tragen, dass es aufhört. Laß ihn schießen und filme deinen eigenen Beinahe-Tod im Bunker….

Это просто не может так продолжаться. Потому очень личное воззвание ко всем действительным правозащитникам – позаботьтесь о том, чтобы это прекратилось, даже если для этого придется рискнуть собственной жизнью. Пусть он стреляет, а вы снимайте, как вы чудом остались живы в бункере.

Schaffst du nicht?  Не сможете?

OK….Dir ist dein eigenes Leben zu schade? OK. Dann hilf zumindest das Projekt zu finanzieren.

Хорошо… Жаль своей жизни? Хорошо. Тогда помогите по крайней мере финиансировать проект.

Frank Gottschlich Франк Готтшлих

frank.ewiv@gmail.com

Autor: Frank GottschlichPs. Poroschenko,
Du kleine Drecksau. Wir kriegen  dich…! Dabei meine ich nicht mal Voicedonbass….. ! Auch voicedonbass ist nur ein Teil der Wahrheit.

Wir werden sehen, Poroschenko, wer letztendlich den längeren Atem hat. Die Wahrheit, oder deine deutschen und amerikanischen Freunde…

PS. Порошенко, грязная свинья, мы до тебя доберемся! … Я имею в виду даже не Voicedonbass….. Даже Voicedonbass знает только часть правды.

Увидим, Порошенко, у кого дольше хватит дыхания. У правды или у твоих американских друзей…

frank

Staromichajlowka – eine Siedlung in der Schusslinie

25. Februar 2016 12:43 |  6 426 |

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Donezker Zeit

Старомихайловка – поселок на линии огня

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Die Zeitung wird seit September 2015 veröffentlicht


Diese Siedlung, die optisch eine Verlängerung des Stadtteils Kirowskij der Stadt Donezk darstellt, zieht sich direkt bis Krasnogorowka. Zwei Kilometer – und schon stehen ukrainische Kampfeinheiten da. Wenn man an ihren westlichen Rand geht, kann man nicht nur die Kampftechnik sehen, sondern auch die Soldaten selbst. Aber man sollte besser nicht hingehen. Die Wahrscheinlichkeit, unter Feuer von Mienenwerfern oder ins Blickfeld eines Scharfschützen zu geraten, ist hoch genug. Wer weiß, was der Gegner gerade im Kopf hat.

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Der Krieg ist noch im Sommer 2014 hierhergekommen. Plötzlich, wie die Not kommt. Granaten flogen in Richtung Staromichajlowka und Donezk. Häuser brannten, und Notärzte haben es nicht geschafft, alle Verwundete zu abtransportieren, unter denen es sowohl Mitglieder der Volkswehr, als auch Zivilisten gab. In den ukrainischen Medien kam zwei Mal eine gefälschte Mitteilung über eine dringende Evakuierung aller Bewohner aus ihren Häusern. Aber wohin? Die Siedlung ist doch nicht klein. Zu diesem Zeitpunkt wohnten 5.500 Menschen dort. Auf diese Frage gab es keine Antwort. Und viele Bewohner von Staromichajlowka haben sich entschieden, dass sie nicht gehen werden, weil es ihr Land ist, ihre Heimat. Nur Familien, deren Häuser zerstört wurden, sind weggefahren bzw. in andere Häuser umgesiedelt.

Nachdem Stromleitungen, die die Siedlung versorgt haben, durch „Grad“-Anlagen zerstört wurden, ist die Siedlung in Dunkelheit versunken. Über ein Jahr lang haben die Menschen in absoluter Dunkelheit überlebt. Besonders schwer war es im Winter, als schon am Abend undurchsichtige Dunkelheit auf die Erde niederkam wie ein riesiger Trauerschleier. Manchmal war der unterbrochene Beschuss selbst in den Kellern zu hören, und niemand wusste, was vor seinen Augen erscheinen wird, wenn er nach oben kommt, ob sein Haus noch ganz oder von Granaten zerstört ist. Aber alle glaubten an das Beste.

Nach den berühmten Minsker Vereinbarungen gab es Zeiten relativer Ruhe. Dann konnte man vorübergehend aus den Kellern in die Häuser umsiedeln, in den Höfen aufräumen. Aber die Hölle kann zurück, und alles ging von vorne los.

Bis April vorigen Jahres gehörte Staromichajlowka zur Ukraine, aber dann ist sie unter die Kontrolle der Donezk-Volksrepublik übergangen.

Wie und wovon lebt die Siedlung heute? Wo schöpfen ihre Bewohner Kraft? Wie hat sich ihr Leben in den letzten 1,5 Jahren geändert? Woher nehmen die Menschen letztendlich die Kraft, in der Schusslinie zu leben? Und ich habe mich nach Staromichajlowka begeben. Aber solange der Minibus noch durch die unendlichen Straßen von Donezk steuert, ein wenig Geschichte.

Mozagor und seine Nachkommen

Wenn man historische Nachschlagwerke blättert, kann man die Information finden, dass die Siedlung 1747 gegründet wurde. Gerade damals haben Bauern aus Russland und Malorossia [„Kleinrussland“, Anm. Ü.] begonnen, sich hier anzusiedeln. Jetzt sind es die Territorien der Bezirke Kursk, Charkow, Poltawa und Saporoschje. Es gibt aber auch andere Dokumente, die bestätigen, dass die Siedlung noch früher entstanden ist. Sie wurden nach Erzählungen der Ureinwohner niedergeschrieben. Noch 1970 wohnten hier ein alter Mann, Michail Mozagor, und seine Familie. Und er lebte, bis er 102 Jahre alt wurde. Zu Ehren von Mozagor wurde die Siedlung nach ihm benannt.

Durch die Siedlung, die zuerst einfach Michajlowka hieß, ging einmal ein Postweg, jedes Jahr gab es Jahrmärkte in der Siedlung. Die Menschen lebten nicht arm, weil der Boden fruchtbar war, und es im Fluss Besimennaja [„Namenlos“, Anm. Ü.] eine Menge Fisch gab. Man sagt, früher war er schiffbar. Aber vielleicht ist es nur eine Legende.

Die Siedung an sich war viel ziviler als der jetzige Rand des Stadtteils Kirowskij. Dort, wo jetzt das Wohnviertel Abakumowa liegt, gab es früher ein verödetes Grundstück, und die Bewohner von Staromichajlowka haben dort ihr Vieh weiden lassen. Eigentlich hatten sie die wesentlichen Territorien in ihrem Besitz, die später zu Jusowka gehörten. Schon 1963 gab es 1,5 Tausend Bewohner dort, wobei es in Marjinka nur 1,3 Tausend gab. Tatsächlich war nicht Marjinka, sondern Staromichajlowka Zentrum des Bezirks, und in den berühmten Pokrowskij-Dom kamen und fuhren Gemeindemitglieder aus dem ganzen Bezirk in den Feiertagen. Man meinte, hier war ein guter Ort, ein heiliger, wo viel gebetet wurde. Übrigens, zum Dom ist die Kirche erst vor 10 Jahren geworden, dann hat man ihre Kuppel gewechselt und vergoldet, die man nicht nur von jedem Punkt der breiten Siedlung aus gut sehen kann, sondern auch von den anderen Siedlungen aus. Zum Beispiel aus Krasnogorowka.

In der sowjetischen Zeit haben viele Männer in den Bergwerken des Stadtbezirks Kirowskij von Donezk gearbeitet. Ihr Gehalt war gut, deshalb haben die Ehefrauen der Bergleute in der Regel den Haushalt geführt und Kinder großgezogen.

In den 80-70ern des vorigen Jahrhunderts lief in der Siedlung und drumherum ein intensiver Bau. Da es um die Siedlung herum saftige Wiesen gab, wurde ein Stahl gebaut, und später eine ganze Milchfabrik. Eine beneidenswerte Ernte gaben auch die landwirtschaftlichen Nutzflächen, deren Bewässerung aus den hiesigen Gewässern durchgeführt wurde.

Die Bewohner von Staromichajlowka mussten auch schwere Zeiten durchleben. Und immer haben sie Beispiele von Heldentum gezeigt. Jetzt ist es genau eine solche, nächste schwere Zeit.

Die Straße des Lebens

Der Bus Linie 41 fährt bis zur Haltestelle. Schon in der Nähe der Siedlung Abakumowa, nach der Staromichajlowka beginnt, sind die Spuren des Dauerbeschusses gut sichtbar. Die Fenster der Häuser sind mit Sperrholz gedeckt, hier sind die Mauern beschädigt, dort ein Dach. Da man darüber weiß, wie gefährlich das Leben im dem westlichen Stadtrand ist, stellt man sich vor, dass in der Grenzsiedlung selbst nur verschlossene und zugenagelte Läden vor einem stehen, Horden hungriger Hunde und fast menschenleere Straßen. Aber der Minibus ist knallvoll, und auf der nächsten Haltestelle warten noch weitere Fahrgäste auf‘s Einsteigen.

„Jetzt kommt der Stadtbus,“ sagt ihnen der Fahrer, „Warten Sie kurz.“

Der Stadtbus ist ein langer Doppelbus, der auch heute diejenigen, die Anspruch auf Sonderleistungen haben, in den Stadtbezirk fährt, der unter Beschuss steht. Aber es gab auch Zeiten, als Busse die Fahrgäste einige Haltestellen früher herausgelassen haben, und diese nachher durch Höfe, mit dem Risiko, unter Beschuss zu geraten, nach Hause geschlichen sind. Jetzt geht hierher aus der Stadtmitte, wie in Friedenszeit, noch eine Linie – die 8. Auch kann man direkt zum Hauptbahnhof und in die Siedlung „Textilschtschik“ [„Weber“, Anm. Ü.] fahren. Wie die Fahrgäste selbst erzählten, halten sich alle Busse streng an den Fahrplan. Der Weg von Staromichajlowka zur Endhaltestelle des Busses nannten die Menschen während des Krieges „Die Straße des Lebens“, weil man von hier dorthin fahren konnte, wo noch zumindest vordergründig Reste des Friedens geblieben sind.

Es hat sich herausgestellt, dass in der Siedlung Abakumowa, wo auch die Bewohner von Staromichajlowka einkaufen gehen, ein Markt funktioniert, ein Kiosk, wo soziales Brot verkauft wird, verschiedene Stände mit Gemüse und tiefgefrorenem Fisch. Und selbst Hunde, die sich in der Nähe der Läden angesiedelt haben, sahen gar nicht so besonders abgemagert aus.

Zwar ist ein Teil der Stände, der vom Beschuss beschädigt wurde, mit Bretten zugenagelt. Dieses ganze Bild, wo Schmerz und Hoffnung, Verzweiflung und Optimismus, Krieg und Frieden zusammengeflochten sind, erinnerte an die Gefahr. Sie war überall: in den eiligen Bewegungen der Bewohner, in dem Hauch des nicht der Jahreszeit entsprechend warmen Februarwindes, jeder Ziegelstein atmete damit, jedes Fenster. Aber, wie jemand von den Klassikern sagte, droht die Gefahr in unserer Welt denen, die sich vor ihr fürchten. Und die Bewohner des Stadtrandes von Donezk haben ihre Angst schon längst überwunden.

Auf dem Weg zur Siedlung gibt es einen Blockposten der DVR.

„Leute, soll ich Dokumente zeigen?“ frage ich, „Ich komme zu Besuch zu Freunden.“

„Muss nicht sein, gehen Sie durch,“ antworten sie ganz freundlich, „Aber genau um 17 Uhr wird die Straße gesperrt, kommen Sie nicht zu spät.“

Eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme schadet ja nicht. Wie ich später erfahren habe, wird nach Einbruch der Dunkelheit der ganze Verkehr in der Siedlung gestoppt. Staromichajlowka lebt nach den Regeln der Kriegszeit.

Wenn wir nicht unter die Kontrolle der DVR übergangen wären, hätten hier bis jetzt nur Ruinen gestanden“

Die Kalinina-Straße sieht ganz ordentlich aus, abgesehen von einigen zugenagelten Fenstern und zusammengeflickten Dächern. Sogar ein paar teure ausländische Autos stehen vor einem der Höfe. Auf dem Tor hängt eine Anzeige: „Nüsse zum Kaufen gesucht“. Auf der Kurve sehe ich Schüler, die nach dem Unterricht nach Hause gehen. Es stellt sich heraus, dass es in der Siedlung Kinder gibt und sogar die Schule funktioniert. Aber die Kinder aus der Siedlung sehen anders aus, als die, die in den relativ friedlichen Stadtteilen wohnen. Nicht auf eine kindlichen Art konzentriert, organisiert. Sie verabschieden sich schnell und sachlich auf der Kreuzung und gehen eilig in kleinen Grüppchen nach Hause. Nicht weit von dieser Stelle werden buchstäblich in ein paar Tagen an genauso einem helllichten Tag Granaten fallen. Es werden in der Siedlung zwei Wohnhäuser total verbrannt. Das Leben in Staromichajlowka ist fragil genug, und das, was unerschütterlich erscheint, kann sehr schnell zu Schutt und Asche werden. Und die Menschen wissen das.

Fast jedes Haus hat einen gepflegten Vorhof. Es hat sich herausgestellt, dass im vorigen Jahr, als der Beschuss noch öfter und härter war, Menschen in den Pausen zwischen den Schüssen aus den Kellern herausgegangen sind und Blumen gepflanzt haben.

Vor der Pokrowskaja-Kirche steht ein älterer Mann – hiesiger Bewohner. Er hat sich als Wassilij Stepanowitsch vorgestellt und gerne über Staromichajlowka erzählt.

Alle Familien, die auf der westlichen Seite der Siedlung gewohnt haben, sind schon zu Beginn des Krieges weggefahren, sagt er. Besonders die mit Kindern. Dort sind so gut wie alle Häuser zerstört. Ein Teil der jungen Menschen ist in die Volkswehr gegangen. Aber die Menschen haben trotzdem vor, in die Siedlung zurückzukommen und alles wiederaufzubauen. Hauptsache der Krieg kommt zu Ende. Schauen Sie, unseren Dom haben die Gemeindemitglieder schon renoviert. Er ist mehrmals unter Beschuss geraten. Alte Menschen sagen, dass er nicht einmal während des 2.Weltkrieges so intensiv beschossen wurde, wie von diesen Barbaren. Die Deutschen haben Vieh in der Kirche gehalten, und die Heutigen halten Menschen für Vieh und haben keine Gottesfurcht.

Wassilij Stepanowitsch hat uns auch den Laden „Bei Oxana“ gezeigt, der während des ganzen Kriegs in der Siedlung funktioniert. Das Gebäude hat schon lange keine Fenster mehr, sie sind mit Sperrholz bedeckt, statt einem Dach Blechstücke, die miteinander verbunden und an den Rändern befestigt sind. Sie schützen vor Regen und Schnee. Im Laden wird nur das Nötigste verkauft, damit die Menschen nicht so oft in Abakumowa laufen müssen.

„Eine genaue Statistik, wie viele unserer Menschen im Krieg gefallen sind, ist mir unbekannt,“ sagt Wassilij Stepanowitsch. „Aber nicht weniger als 20, das weiß ich genau. Und noch Dutzende Verwundete. Vor dem Krieg gab es bei uns 5.500 Bewohner und mehr als 300 Häuser. Jetzt sind 3.600 Bewohner geblieben. 1.700 davon sind Rentner. Sie haben es doch ein wenig leichter. Sie kriegen Rente und humanitäre Hilfe. Aber wir sind hier wie auf einer Halbinsel. Nordwestlich um uns herum ist alles miniert. Im Sommer sind zwei Jungs Richtung Krasnogorowka gegangen, um Ziegen zu weiden, und sind auf einer Mine explodiert. Vielleich haben Sie davon gehört?“


Ich habe gemerkt, dass in der Siedlung eine Schule funktioniert. Haben Kinder im vorigen Jahr tatsächlich eine Schule besucht?

„Natürlich haben sie gelernt. Der Krieg kommt früher oder später zu Ende, und Bildung ist gefragt. Bloß sind im vorigen Jahr Kinder in die Schule in der Siedlung Abakumova gegangen. Dort wurden Häuser auch beschossen, aber doch weniger. Aber die Poliklinik funktioniert nicht, sie wurde von Granaten stark beschädigt.“

Und trotzdem sind viele Häuser, die näher an Donezk sind, schon wiederaufgebaut. Wer hilft der Siedlung?

„Die Ukraine hat überhaupt nicht geholfen. Wenn wir nicht unter die Kontrolle der DVR übergangen wären, hätten hier bis jetzt nur Ruinen gestanden. Die Republik hat versucht, uns ihre helfende Hand zu reichen, selbst als es hier noch die ukrainische Macht gab. Jetzt kommt ständig humanitäre Hilfe. Die Stadt hilft. Schade, dass Sie zu spät gekommen sind. Jeden Morgen versammeln sich Menschen vor unserer Verwaltung. Sie stellen Anträge, wo sie angeben, was sie benötigen. Jemand braucht Dachmaterial, ein anderer Fensterglas. Dann werden Baumaterialien geliefert, Wohnhäuser werden nach und nach aufgebaut. Das Leben geht doch weiter, selbst während des Krieges.“

Gibt es auch Probleme, die nicht gelöst werden?

„Ja, die gibt es. Notärzte wollen nicht zu uns fahren. Wenn jemand sie ruft, halten sie vor dem Blockposten an. Es gab Fälle, wo man Verwundete oder Kranke mehr als ein Kilometer lang auf den Händen tragen musste. Aber öfter kommt jemand von den Bewohnern mit seinem Auto und fährt die Betroffenen ins Krankenhaus. So geht es schneller,“ erzählt Wassilij Stepanowitsch. „Klar haben die Mediziner Angst, aber wir wohnen doch hier. Und Sie hatten keine Angst, hierher zu kommen.“

Swetlana Maslowa: „Unser einziges Problem ist der verfluchte Krieg“

Die Familie Maslow hat sich in Staromichajlowka vor über 10 Jahren angesiedelt. Ihr Haus ist eins der höchsten in der Siedlung. Sie sind hierher, näher zur Natur, umgezogen, als ein großes Unglück geschehen ist. Ihr jüngster Sohn wurde von einem Blitz getötet. Viele Bewohner von Donezk wissen heute noch von dieser Tragödie, als während eines Gewitters in der Mitte von Donezk gleich drei Kinder getötet wurden. Eins davon war Maslow Junior.

Im Vorhof gibt es ein riesiges Blumenbeet. Es gibt auch viele andere Dauerpflanzen. Man sieht, dass sie auch im vorigen Sommer gepflegt wurden. Ein Gemüsegarten wurde auch bestellt, sagt die Hausherrin Swetlana Iwanowna. Sonst hätten sie nicht überleben können.

Maslowa lädt uns ins Haus ein und erzählt, dass der Krieg sie buchstäblich verfolgt hat.

„Wir wollten zuerst ein Haus in Peski kaufen. Jetzt hätten wir dann ganz bestimmt keinen Dach mehr über dem Kopf. Wir sind hierher gezogen, es hat hier uns allen gefallen. Und dann kam der Krieg. Unser Haus wurde auch beschossen. Kommen Sie her, Sie werden alles sehen,“ sagt sie.

„Es hat sich herausgestellt, dass Granaten auf das 1. Stockwerk geflogen sind. Sie haben die Couch und die alte Kommode zersplittert, den Fußboden und das Hausdach durchlöchert. Das Dach haben wir schon eigenhändig mehr oder weniger repariert. Gut, dass niemand in dieser Zeit im Zimmer war, sonst…“

Auf dem 1. Stockwerk hat Swetlana Iwanowna eine Art Beobachtungspunkt. Auf dem Tisch liegen Karten der Gegend und ein Stift, mit dem sie die Richtung des Beschusses einträgt.

Aus dem Fenster ist Krasnogorowka zu sehen, wenn man ganz genau hinsieht. Von dort aus fliegen Granaten. „Wir sehen es manchmal,“ sagt sie. „Auf jener Seite liegt Alexandrowka. Dort gab es vor einigen Tagen einen schweren Kampf. Wir haben es gehört. Und dort ist das Tscheluskinzi-Bergwerk, wo sie das Ventilationssystem beschädigt haben, und die Bergleute sind beinah erstickt. Von hier aus sehe ich alles wie auf der Handfläche. Aber ich kann das nicht mehr sehen.“

Fast ein Jahr haben Maslows praktisch im Keller verbracht. Manchmal mit Kerzen, manchmal mit Holzspan. Taschenlampen wurden auch verwendet. Die Nachrichten haben sie aus dem Radio erfahren. Während dieses Jahres haben sie eine Unmenge Batterien verbraucht, die jetzt auf dem Tisch liegen. Wenn man berücksichtigt, dass es in der Familie noch ein Mädchen mit Behinderung 1. Grades gibt, kann man sich den ganzen Horror dieser Zeit vorstellen. Aber auch jetzt gibt es keine Ruhe. Die Siedlung wird jeden Tag beschossen.

Auf die Frage, ob es Beschwerden oder Ansprüche an jemanden gibt, sagt Swetlana Iwanowna, dass es keine Ansprüche als solche gibt. Wenn die Siedlung früher zum Marjinka-Bezirk gehört hat, ist sie jetzt praktisch ein Teil von Donezk. Die Republik zahlt die Renten und Sozialleistungen. Im vorigen Monat wurde die Hilfe für die Tochter wesentlich erhöht. Junge Menschen haben es natürlich schwer, Arbeit zu finden. Aber in einer solchen Lage sind jetzt alle. Sie haben sich große Sorgen gemacht, als das Abakumowa-Bergwerk – ihr Existenzgrund – wegen des Beschusses seinen Betrieb eingestellt hat. Aber jetzt sind im Betrieb 80 Menschen mit dem Abpumpen des Wassers ununterbrochen beschäftigt. Alles wird ordentlich gemacht, Gott sei Dank.

„Es gibt ein einziges Problem – den verfluchten Krieg. Wir können kaum erwarten, dass er zu Ende kommt,“ sagt Swetlana Iwanowna.

Näher zum Abend werden die Straßen praktisch menschenleer, der Verkehr wird gestoppt. Bloß lädt auf einer der Straßen ein Lastwagen Kohle ab. Diese wird ständig hierher geliefert, der Winter ist doch noch nicht zu Ende. Wie auch der Krieg.

Vielleicht wird der Frieden irgendwann hierher kommen. Und alle, die den friedlichen Bewohnern Not und Tränen gebracht haben, werden gerecht bestraft. Es wird eine Gasleitung durch die Siedlung gezogen, die Straßen werden neu bepflastert, alles wird wiederaufgebaut, was die ukrainische Armee zerstört hat. Und echtes, glückliches Leben wird in die Siedlung zurückkehren. Aber das alles kommt später, nach dem Krieg.

Die Zeitung „Donezk-Zeit“, 24. Februar 2016, Nr. 7 (21)


Alina WETROWA

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3 Antworten zu Voicedonbass sucht menschliche Schutzschilder für die Kinder des Donbass (!)

  1. Frank Gottschlich schreibt:

    Ich bin dabei, nicht nur der Organisator. (Punkt)

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  2. Runenkrieger11 schreibt:

    Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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