Über die Situation 26-Oktober 2015 in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk

cassad1О ситуации в ДНР и ЛНР

Boris Rozhin beantwortet in Form des hier übersetzen  Artikels unsere Frage nach der aktuellen Situation im Donbass

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Über den Waffenrückzug und die Schießerei.

Von unserer Seite wurde viel mehr zurückgezogen, als von der Seite der Junta. Von den beiden Seiten wird es natürlich mit dem Rückzug geschwindelt, aber bei uns wird es gerade strenger genommen, bei der Junta wird die Technik nach dem Rückzug dort, wo sie sein sollte, nach wie vor nicht gefunden, und die Panzer und schwere Artillerie werden nach wie vor auf der Frontlinie beobachtet. Insgesamt wird der Rückzug nur zum Teil umgesetzt, und es gibt von beiden Seiten die Elemente der bewussten Sabotage. Junta ist wie gewohnt in diesen Fragen den Volksrepubliken weit voraus.

Eine volle Stille zu erreichen ist doch nicht gelungen. Praktisch jeden Tag passieren kleine militärische Auseinandersetzungen und Beschuss. Der größte Teil davon ist wie gewohnt auf den Fronten der DVR – die Schmerzpunkte sind auch gleich – die Gegend des Flughafens, Spartak, Awdeewka, die Bereiche nördlich von Schirokino etc. etc. Von beiden Seiten gibt es Anweisungen, das Feuer nicht zu erwidern, die aber ständig mißachtet werden – auf dem Niveau des Einsatzes der Schußwaffen, Granaten- und Minenwerfer. Aber insgesamt sind die Kamphandlungen weniger intensiv und beeinflussen das Geschehen nicht wirklich. Voentorg arbeitet in einem normalen Regime. Wesentliche Änderungen im Zusammenhang mit Minsk und den Kampfhandlungen in Syrien werden nicht beobachtet.

Über die Mobilisierung und die Freiwilligen.

Die Menschen werden immer noch in die Armee aufgenommen. Mobilisierung gibt es nach wie vor nicht. Tatsächlich gab es wirklich die Freiwilligenwerbung für den Krieg in Syrien. Es fahren nicht viele, weil sie nicht der Meinung sind, dass der Krieg in Donbass beendet ist; viele befürchten immer noch das Neuaufkommen der intensiven Kampfhandlungen, erst recht weil Junta mehrmals angekündigt hat, das sie nichts dagegen hätte, die Operation “Oluja“ zu wiederholen. Hier kann man höchstens den Übergang nach Syrien von denen erwarten, die nach Donbass gekommen sind, um gegen die Bezahlung zu kämpfen. Die Ideenüberzeugten bleiben dort, wo sie sind.
Bezüglich Versorgung
ist alles nach wie vor ungleichmäßig. Es gibt sowohl gut versorgte Kampfeinheiten, als auch diejenigen, deren Situation nicht so gut ist (nicht so wie im vorigen Jahr, als die Armee halbnackt vor dem Wintereinbruch stand, aber die Beschwerden wegen der Mängel an den warmen Schuhen und Winteruniform bestehen immer noch). Die Stimmungen sind verschieden – der Umfang der Hilfe aus der Russischen Föderation flößt den Optimismus ein, aber die unklare Situation mit den Wahlen und die neblige Zukunft des Donbass ruft auch pessimistische Wertungen hervor. Die Propaganda tut offensichtlich nicht ihr Bestes. Die schwere sozialwirtschaftliche Situation und die Korruption im Hinterland trägt auch gerade nicht zum Optimismus bei.

Über die Wirtschaft.
Russland pumpt nach wie vor das Geld und die Ressourcen in die Republiken ein. Die Region wird de facto aus dem russischen Budget dotiert. Außer dem Geld wird auch verschiedene Technik (keine militärische) für die Volkswirtschaft geliefert. Eines der Probleme – das Klauen und die Fremdnützung der bereitgestellten Hilfe.
Die Republiken sitzen schon fest in der Rubel-Zone, Grivna wird zwar noch akzeptiert, aber 90-95% des realen Umsatzes sind die russischen Rubel, in denen die Gehälter und die Renten ausgezahlt werden. Bezüglich sozialer Leistungen gibt es sowohl Probleme, die mit der verzögerten Auszahlung zusammen hängen, als auch Versprechungen, dass sie in November um 10-15% steigen werden.
Die Steuern gehen nach wie vor teilweise in die kommunalen Budgets, teilweise fließen sie in die Ukraine weg. Ein Teilkampf gegen die Oligarchie (gegen Kurtschenko, Poroschenko, Lozhkin und Kolomojskij) ist natürlich gut und schön, wenn man vergießt, dass Achmetov und Efremov davon nicht wirklich berührt werden.

Lebensmittel

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 Über die Lebensmittelpreise   

Man darf nicht vergessen, dass ein Teil der Wirtschaft von DVR und LVR sich in Schatten befindet, darum stimmen die realen Preise weitgehend nicht immer mit den offiziellen überein. Der Kampf mit den Spekulanten wurde offiziell angekündigt, aber bis zum vollen Sieg ist es noch sehr weit. Auch der Schmuggel blüht auf, der in der Tat normale wirtschaftliche Beziehungen ersetzt hat, die durch die Blockade von Donbass unterbrochen wurden. Auf den Blockposten und den Vorfrontterritorien blüht die Bestechlichkeit auf. Die humanitäre Situation ist natürlich besser, als im letzten Jahr, als sich die Republiken im Zustand der humanitären Katastrophe befunden hatten, und der Winter wird natürlich etwas einfacher sein, als der vorige, als die Republiken an der Hungergrenze waren.

 

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Über die Benzinpreise

Über die Korruptionsskandale in LVR.
In Moskau wurde der laufende Konflikt mit der LVR etwas eingefroren. Es ist nicht zugelassen, das Verfahren von Ljamin zu vertuschen, und seine Festnahme wurde verlängert, genauso wie es nicht zugelassen wurde, Pasetschnik aufzufressen. Von der anderen Seite durfte Plotnizkij sein Gesicht bewahren, indem er weiter den Ausschuss für die Korruptionsbekämpfung leitet. Noch sieht es so aus, dass das Verfahren von Ljamin die Konsequenzen haben wird, aber in gewissen Grenzen. Ljamin und Kurtschenko sind vielleicht alle, darum viel interessanter ist die Liste der Personen, die neben ihnen noch bestraft werden. Es ist bemerkenswert, dass dieses Verfahren die Situation mit dem Zoll zwischen DVR und LVR beeinflussen wird, was zur Steigerung der Preise in der Republik beiträgt, woran neulich in den Enthüllungen Namens Purgin-Alexandrov der Timoffev beschuldigt wurde. Aber bis jetzt sind es eher nur Gespräche, als eine reale Ermittlung über die nicht angemessenen Preise innerhalb der Republiken, die den Gehältern nicht entsprechen. Es ist natürlich sehr bequem, alles auf den Krieg und die humanitäre Katastrophe zu schieben, aber ein Teil der hohen Preisen entsteht nicht aus diesem Grund. Vielleicht wird der Korruptionsskandal in LVR diese Situation irgendwie beeinflussen.

Über die Pässe und die Wahlen.
Die Gerüchte über deren Ausstellung gibt es nach wie vor, aber zur Zeit keine praktischen Schritte für ihre Umsetzung. Diese Idee wurde im Zusammenhang mit den Kommunalwahlen in DVR und LVR und ihrer Verschiebung auf das Frühjahr 2016 besprochen, aber es ist weniger wahrscheinlich, dass wir in 2015 etwas Sachliches im Zusammenhang mit der massenhaften Passportisierung der Bevölkerung der nicht anerkannten Republiken sehen würden. Dabei, entsprechend der Ankündigung von Plotnizkij über die Legalisierung der lokalen Pässe in der Russischen Föderation, ist die Idee, nicht die russischen, sondern die lokalen Pässe zu verteilen, auch nicht vom Tisch.
Da es schon offensichtlich ist, dass die Minsker Vereinbarungen in 2015 nicht mehr umgesetzt werden, werden in November die Versuche fortgesetzt, die politischen Punkte der Minsker Vereinbarungen wiederzubeleben. Aber da die Junta nicht vorhat, sie zu erfüllen, und die Vereinbarung über die Wahlen auch nicht erreicht wird, kann das Ganze sehr lange dauern. In LVR wurde es heute wieder angekündigt, dass wenn es so ist, sie die Wahlen ohne die Ukraine durchführen werden. Übrigens, sich gegenseitig ausschließende Statements werden dort ständig herausgelassen, darum ist es lieber, auf die realen Taten zu warten statt den lauten Ankündigungen. Die Frage über die Grenze ist bei solcher Sachlage bis April-Mai 2016 kaum aktuell. Im Laufe des November kann man einige Beratungen in Minsk erwarten, und näher zum Jahresende – nächste Begegnungen der „Normandischen Vier“.

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Über den aktuellen Wechselkurs   

Über die Zeitumstellung.
Offiziell gab es tatsächlich keine Zeitumstellung wie in der Ukraine, und es ist bei der russischen Zeit geblieben. Zwischen den Republiken und der Ukraine gibt es 1 Stunde Zeitunterschied. Eigentlich ist es nichts Neues – die Zeit wurde schon im letzen Jahr entsprechend der russischen korrigiert.

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2 Antworten zu Über die Situation 26-Oktober 2015 in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk

  1. Pingback: Honigmann-Nachrichten vom 28. Oktober 2015 – Nr. 712 | Der Honigmann sagt...

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