Nach dem Gesetz Putins

По закону Путина

Nach den letzten Ereignissen entwickelt sich das ukrainische Drama zum Ende hin, das aber noch nicht heute oder morgen kommen wird. Die Situation auf dem Donbass hat ihren Höhepunkt erreicht und verharrt noch ein wenig auf ihm. Die diplomatischen, militärischen, informativen Bemühungen stimmen immer mehr mit dem einheitlichen Punkt überein, an dem das Schicksal der unabhängigen Territorien endlich frei bestimmt sein wird.

Julia Braschnikowa 22.08.2015                    Übersetzt aus dem russischen: Thomas

Путин минск 2а

Für die Annäherung an den Schlußakt des Stückes unter dem Titel „Was wird wenn eine Sowjetrepublik europäisch werden will?“ müssen die interessierten Seiten noch eine Reihe von Schritten unternehmen, die früher zu erledigen aus einer Reihe von Gründen unmöglich war.

1. Vor allem, und das ist das Wichtigste, jetzt endlich haben die Minsker Abkommen das Hauptziel erreicht: sie haben die Kolonialisatoren der Ukraine in den Zustand der Verhandlungsbereitschaft geführt. Aus der Geschichte wissen wir, dass die Faschisten bis zum Frühling des Jahres 1945 nicht verhandlungsbereit waren. Mit den Feinden war es unmöglich, Abkommen zu unterschreiben, als sie neben Moskau standen und Leningrad unter Blockade hielten und dabei noch vom schnellen Sieg träumten. Mit ihnen konnte man sich nicht vereinbaren, bis sie hofften, den Angriff der Roten Armee irgendwo in Europa damit abzubremsen und Deutschland vorzubehalten. Vereinbarungen wurden nur dann eingehalten, als unsere Truppen in Berlin einmarschiert waren.

Genauso waren die USA davon bis in die letzte Zeit überzeugt, dass die Ziele in der Ukraine erreichen werden können, entweder den Donbass wieder einzugliedern, oder Russland zu zwingen, mit Kiew zu kämpfen. Jedoch Putin hat die Minsker Abkommen geschlossen und hat die beiden anderen Möglichkeiten ausgeschlossen. Der Gegner, der nicht erwartete, dass sich die Operation so hinziehen würde, unternahm in Bezug auf die Unabhängigkeit keine konkreten Schritte. Auf die wissentlich unbefriedigenden Versuchen des Erwürgens der russischen Wirtschaft und das Schüren der Unzufriedenheit mit der Politik des Kremls konzentriert, hat er dafür kostbare Zeit verloren.

2. Zum Ergebnis des langwierigen Einfrierens des aktiven Kampfes wurde tatsächlich Kiews Default. Die scharfe Frühlingspsychose der Kreditoren zeugte von der äußersten Verwirrung der weltweiten Elite, die sich plötzlich in der ukrainischen Frage am Rande eines derben finanziellen und Imageverlustes wiederfand. Die dann unternommenen krampfhaften Bemühungen der sterbenden Wirtschaft des Landes neues Leben einzuflößen waren eine vergebliche Geldausgabe. Alle buchstäblich aus dem Rachen gerissenen Tranchen des Internationalen Währungsfonds, die Almosen der Europäischen Union und die beklagenswerten amerikanischen Almosen sind alle im gleichen schwarzen Loch verschwunden. Die Junta war nicht zum Rechnen geschaffen worden. Europa, dass die chronische Hämorrhoide unter dem Titel „Griechenland“ bekam, hat rebelliert und hat seine Hände in Unschuld gewaschen. So das bereits am Anfang des Sommers alle heißen Debatten anlässlich dessen, wer, wem und wie viel Geld ins bodenlose Fass Kiew stecken soll, im Abklingen gewesen sind.

3. Man braucht nur in den Dezember 2013 zurückzukehren, als Russland bei Janukowytsch Eurobonds in der bedeutenden Summe von drei Milliarden Dollar gekauft hat und sich damit den festen zweiten Platz in der Liste der ukrainischen Kreditoren nach dem Fonds Templeton gesichert hatte, der Verpflichtungen in Höhe von sechs Milliarden hat. Die Liberalen (Ende 2013 noch mehr oder weniger beweglich) und die Radikalen (nur die noch erscheinenden) haben diese 3 Mrd. als Schmiergeld für Janukowytsch für das nicht unterschriebene Euroassoziierungsabkommen und sogar für den zukünftigen hypothetischen Beitritt ins Zollbündnis bewertet.

Jedoch wird angenommen, dass Janukowytsch bei verbesserten Bedingungen und ohne jedes Schmiergeld zugestimmt hätte. Nicht wegen seiner angeborenen Ehrlichkeit, die ihm ausgehend vom deutlichen Verständnis sowieso niemand zuschreibt, sondern weil mit Putin schlecht scherzen ist wenn man seinen Bedingungen besser zustimmt, besonders wenn sie noch gut sind. Weil wenn WWP Unzufriedenheit zeigen sollte, bleibt einem ja doch nichts anderes als zuzustimmen, nur werden die Folgen dabei schlechter.

Andererseits sind die politischen Gewichtsklassen Putin und Janukowytsch nicht vergleichbar. Die Annahme, es könnte Wiktor Fjodorowitsch etwas bei Wladimir Wladimirowitsch erpressen, und der Letzte würde auf die Erpressung eingehen, liegt in der Sphäre Süße Träume des Statedepartments und ist von der Realität sehr weit entfernt. Wenn Russland die ehemaligen Republiken mit Krediten (Weissrussland, zum Beispiel) unterstützt oder sie abschreibt (Usbekistan, Kirgisien), so sind diese Handlungen auf der Basis pragmatischer Berechnung, und nicht auf der Erwartung irgendwelcher Unterstützung von ihren nach verschiedenen Seiten wackelnden Führern gegründet. Die Unterstützung von Lukaschenko, den sie im Westen für einen Paria halten? Oder von Karimow, wenn weder Nuland, noch Psaki, noch Obama selbst wissen, wo sich dieses Usbekistan eigentlich befindet? Sie stimmen sicher zu, diese Kapitalanlage wäre einfach wertlos.

Von einer dritten Seite Schmiergeld dem Präsidenten zu geben, in dessen Land sich ein Umsturz vorbereitet (und bis zum Dezember 2013 war es offensichtlich, ja jedenfalls auch für Putin), das wäre die Oberklasse der Unüberlegtheit, die den Politikern von so hohem Rang im Prinzip nicht zueigen ist. Weil der Mensch, der bis zu so einer Stufe nicht versteht, die Folgen der Taten zu berechnen, zu den Gipfeln der Macht einfach nicht gelangen würde.

Warum hat dann Russland einen solch wissentlich unvorteilhaften Schritt gemacht?

Über einige Handlungen ist es besser, ausgehend von ihren Ergebnissen zu richten. Was infolge der Erledigung des neuen Kredites geschehen ist? Und wenn es nur das war, dass Templeton aufgehört hat, ein einziger und eigenartiger Wirt der ukrainischen Schulden zu sein. Außerdem, wenn man die ukrainisch-amerikanischen Kredite irgendwie aufteilen kann, verzögern, usw….. so unterliegt der russische 3- Mrd.-Kredit nicht der Restrukturierung. Das hat man Kiew klar bedeutet, als sie versuchten, ihn rückzahlungsfrei zu stellen. Und, damit sie es nicht vergessen, die Begleichung wird am Ende d. J. erwartet…

4. Im vergangenen Sommer demonstrierte Noworossija eine konsequente wenn auch einseitige Friedfertigkeit, was jedes Mal einen Anfall von geradezu kindischer Begeisterung bei den „Putinschließtanfans“ auslöste und die Radikalen-Militaristen zwang (sie wären am liebsten nicht herbeigerufen worden) zu bemerken, dass die Kiewer Armee dabei irgendwie von sich aus wie ein Aggressor erscheint.

5. In der gleichen Periode hat sich noch eine öffentliche Blamage der Junta verwirklicht. Die USK haben sich mit der nächsten Schande noch am 3. Juni beim Versuch des Angriffs auf Donezk bedeckt, wo sie, nach den allerbescheidensten Zählungen, etwa Hundert Kämpfer verloren haben. Der Mukatschewe – Zwischenfall hat die volle Handlungsunfähigkeit Poroschenkos bewiesen, den viele zu jeder Zeit stürzen könnten, wenn sie nicht zu faul dazu wären. Die Augustmilitärprovokationen und die Brandstiftung an den Wagen der OSZE haben bei der standhaften Erhaltung des Waffenstillstands seitens der LDVR, die Angehörigen des Strafkommandos wie die Verletzer von Minsk-2 zur Schau gestellt. Und wenn sich auch die USA von den Schuldigen des Beschusses abwendeten, in der vorliegenden Situation fällt es ihnen immer schwerer zu lügen.

Vor diesem Hintergrund haben wir die folgende Reihe der Ereignisse:

1. Der sich Anfang August steigernde Beschuss und die nicht aufhörende Tötung von Zivilisten. Bei der ganzen Tragik des Geschehenden muss man aber auch bemerken, dass die USK in Wirklichkeit nicht angreifen. Sie beschießen die Landwehrmänner von jenen Positionen, auf denen sie sich in diesen Moment befinden. Die Versuche des Durchbruchs, werden eher für die gewaltsame Aufklärung unternommen, so sieht das auch die Landwehr.

gikjuztztrtr

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2. Die Erklärung Eduard Bassurins mit dem ergreifenden Titel «Karte des Angriffs der USK» (!), mit der er die Öffentlichkeit informiert hat und nicht nur über das Datum des zukünftigen Angriffes, wie den Tag der Unabhängigkeit der Ukraine, den 24. August, was leicht zu erraten war, sondern er hat auch wirklich mit der sorgfältig gestalteten Karte alle möglichen Angriffsrichtungen vorgestellt (!!). Nicht genug damit: Auf ihr ist mit der Genauigkeit bis zur Einheit die ganze eingesetzte Technik und die Zahl der Belegschaft der ukrainischen Armee aufgezählt (!!!).

Also, und jetzt berechnen Sie die Erfolgschancen des Gegners, nachdem ihm und allen Interessierten, die einen Fernseher oder das Internet haben, in der ausführlichsten Weise mittels aller zugänglichen Massenmedien berichtet wurde, wann er und mit welchen Kräften er angreifen will.

3. Am 20. August hat das Treffen der juristischen Experten im normannischen Format stattgefunden. Laut der offiziellen Mitteilung, waren die Teilnehmer im Begriff, den Ablauf der Verfassungsreform in der Ukraine, die Fragen der Dezentralisierung und die rechtliche Situation in der DVR und in der LVR zu besprechen. Wie bekannt, bevorzugt Putin, alles im Rahmen des Gesetzes zu machen und das Vorhandensein der Diskussionen über diese Probleme sagt alles darüber, dass sie in der Tagesordnung über den Vordergrund endlich hinausgegangen sind. Damit man im Folgenden ohne Probleme die Republiken aus dem Bestand der Ukraine herausführen kann, muß man alle Details dieses Prozesses unter Teilnahme der europäischen Juristen gründlich durchstudieren – damit sie später nicht die Frage nach der Rechtmäßigkeit stellen können.

4. Am 24. August soll das Treffen Merkel, Hollande und Poroschenko stattfinden. Der Titel „das normannische Format ohne Putin», der ihm von den Ukro – Massenmedien und der russischen 5.Kolonne aufgeklebt wurde (sie konnten der diabolischen Versuchung nicht widerstehen), ist unkorrekt gerade deshalb, weil das normannische Format vier Länder impliziert. Dabei können sich ihre Führer natürlich untereinander in beliebigen Kombinationen treffen, was aber dann vom Anlass her nicht gestattet, diese Kontakte „als das normannische Format ohne Poroschenko“ oder „das normannische Format mit Putin und Merkel» zu bezeichnen.

Lawrow hat schon bestätigt, dass das vorliegende Treffen einen erzieherischen Charakter haben wird. Wen sie großziehen wollen – das zu erklären ist wahrscheinlich nicht notwendig. Die Tatsache, ähnliche Verhandlungen zu kennen, lässt ungefähr zu, den Algorithmus der Handlungen der führenden Spieler zu schildern:

a) Russland und die USA vereinbaren sich über die Abteilung Unabhängigkeit und ihre Schulden (noch einmal werden wir uns an den Besuch von Kerri in Sotschi erinnern),

b) Merkel und Hollande bringen das Ergebnis Poroschenko zur Kenntnis,

c) Ihm wird ein bestimmtes Handlungsprogramm vorgeschrieben. Die Anmerkung: auf die närrischen Aussprüche Poroschenko zu Hause in Kiew braucht man seine Aufmerksamkeit nicht zu richten – er versucht nur, sich das Leben zu retten. Natürlich, er wird vor allen Ohren behaupten, dass nicht er erzogen wird, sondern dieser internationale Rowdy Putin umerzogen werden soll.

Die, die annehmen, dass in Berlin die europäischen Führer irgendetwas ohne den russischen Präsidenten vereinbaren werden, muss man fragen: Sie meinen wirklich, dass die ukrainische Frage von Poroschenko, Merkel und Hollande entschieden wird? Sie denken, am 11-12. Februar entschieden sie schließlich in Minsk auch etwas? Das ist es also, endlich. Sie entschieden sich, bei den kleinsten Verlusten, WWP zuzustimmen, da er eine andere Variante einfach nicht angenommen hat. Weil zu separaten Verhandlungen hinter dem Rücken des „Dunklen/Geheimnisvollen“ können nur die ganz verzweifelten Kamikaze kommen und genau das sind die feigen Europäer schließlich nicht.

Die Ukraine hat zur Lösung des ukrainischen Konfliktes eine kaum engere Beziehung, als Paraguay oder Kamerun. Wenn Ihr Haus von Jemandem fremd verwaltet wird, dann verlieren Sie das Recht, es als das eigene sehen zu dürfen. Deshalb werden die ukrainische Frage Russland und die USA entscheiden. Genauer – Putin und die Finanzeliten. Noch genauer – es kann nur Wladimir Wladimirowitsch entscheiden. Und Gott sei Dank, dass es so ist. Weil sich außer ihm an das Schicksal der leidgeprüften Bevölkerung der Unabhängigen Territorien sonst überhaupt niemand erinnern würde.

Aber man darf sich von dem Ganzen nicht verführen lassen: die Realisierung, der auf den Treffen erreichten Ergebnisse, kann eine lange Zeit einnehmen. In deren Verlauf kann unser feiner und trotziger Gegner noch bedeutende Anstrengungen unternehmen, um sich zum letzten Male zu bemühen, die Ukraine wieder unter Kontrolle zu bekommen. Und wenn es Jemandem wieder so scheinen will, dass Putin den Donbass angeschlossen hat, weil unsere Opponenten über die Handlungen laut schreiend protestieren und WWP sagt dazu ein Wort und gibt sich überhaupt den Anschein, als ob nichts geschähe, dann erinnern Sie sich an den Ausspruch des unbekannten genialen Autors aus dem Internet:

«Wenn Putin schweigt ist es furchtbar. Aber richtig schrecklich wird es, wenn er danach wieder anfängt zu reden …»

Invictus maneo!

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2 Antworten zu Nach dem Gesetz Putins

  1. Rita Vuia schreibt:

    Könnt Ihr mir sagen was an dem Gerücht wahr ist?

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    • Frank Gottschlich schreibt:

      Weiß man aiuch nicht 🙂 Doch, ein Haus hat absolut feste Koordinaten. Es wundert , dass es noch steht, bei dem, was der Poroschenko so abzieht. Oder denkt man, dass er gerade die Familie vom Chef derf Republik würde verschonen? Also, wenns nun so sein sollte, dann wurde es Zeit, dass diese Gefahr für die Familie gebannt ist…

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