Der Selbstbeschuss der Lugansker und Donezker Volksrepubliken

Wasserrohr, beschädigt von einem Geschoss. Natürlich waren wir das selbst.

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und später heldenhaft repariert.

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Auto: Pirotir        02.08.2015 Übersetzt aus dem russischen: Thomas

Und so ist das mit allem. Die Schulen, Kindergärten, die Kesselräume, Wasserzuleitungen, Häuser, Wege, Krankenhäuser, wir zerdreschen den ganzen Kram selbst und klauen alles, was griffbereit ist.

Warum machen wir das?

Ich weiß nicht, wahrscheinlich deshalb, um dem Bild in den ukrainischen Massenmedien zu entsprechen.

Die ukrainischen Massenmedien schreiben darüber sehr oft, dass die Terroristen dieses und jenes dort und dort beschossen haben. Manchmal müssen sie später  Zähne knirschend schreiben, dass die Terroristen dieses und jenes wiederhergestellt haben. Die Eisenbahn in Debalzewo zum Beispiel, die nach den Worten des ukrainischen Kommandos, nicht mehr wiederherzustellen war —  die Terroristen haben sie in drei Wochen wiederhergestellt. Und das Im Winter, in der zerstörten Stadt. Ich erinnere mich, wie sich dann „die Patrioten“ die Frage stellten – wie so was geht.

Für mich wird es immer ein Rätsel mit Logik der Ukrainer bleiben, wenn wir den Anspruch formulieren, dass wir hier allein geblieben sind. Zuerst glaubten die Ukrainer, dass hierher die russische Armee gekommen ist, um den Donbass zu okkupieren, und um sie zu diskreditieren beschießt die ukrainische Armee Donezk. Diese Variante hielt sich eine ganze Weile. Aber mit der Zeit wurde immer deutlicher, dass es keine russische Armee auf dem Donbass gibt, und die, die es gibt, die sie angeblich nach der ukrainischen Legende beschießen würden, warten auf sie aus irgendeinem Grunde  immer sehr lange, im Unterschied zu den ukrainischen „Verteidigern“, die aus irgendeinem Grunde das Warten hassen. Das ist das seltsame Paradoxon eines verwirrten Ukrainers.

Gestern habe ich noch eine sehr interessante Version erfahren: es zeigte sich, dass Gorlowka selbst von den Streitkräften Noworossijas beschossen wurde. Man verfolgte dabei das Ziel, später durch die Zerstörungen spazieren zu gehen, sie dabei zu dokumentieren und ganz nebenbei, dort alles aufzuräumen.

Eine solche Version hatte ich noch nicht gehört, ich verstehe, dass sich an ihr der Mensch festhält, der auf ewig im Juli 2014 stecken geblieben ist, als hier noch der Meerrettich wirklich geerntet wurde, ich verstehe dass. Aber schon im Herbst ist die Freiheit von allerlei Gästen zu Ende gegangen und jetzt haben wir hier die Armee mit ihren bürokratischen Vorgesetzten. Mit den Berichten, den Zwischenberichten und den Berichten vom Schreiben der Berichte. Alles was größer als eine Maschinenpistole ist – befindet sich unter Kontrolle des Kommandos und von jedem Geschoss muss man, Gott geb’s, dorthin berichten. Dazu wird dringend geraten, schon vor der Ausführung der Kampfaufgabe. Aber es verstehe, wer dazu fähig ist es zu verstehen und jener, der tatsächlich hier lebt der ist auch mit den Realitäten ein wenig bekannt.

Die Adepten des Glaubens an den Selbstbeschuss – sind unüberwindlich.

Unbedingt bleibt die Haupttheorie – der Selbstbeschuss zwecks der Diskreditierung der ukrainischen Truppen. So denken die, die hier nicht leben. Wer hier lebt – versteht, dass man die ukrainischen Truppen nicht extra diskreditieren muss. Sie diskreditieren sich selbst schon sehr gut. Zum Beispiel in Kramatorsk, Slowjansk,

Konstantinowka, Artjomovsk und Mariupol. Die Trunksucht, die Randalen,  Vergewaltigungen – das sind Wortsynonyme des ukrainischen Soldaten und die Realitäten der Städte, in denen dieser Soldat wohnt. Schon nicht mal mehr nur die Städte des Donbass sondern die in der ganzen Ukraine, wovon wir uns von Tag zu Tag mehr überzeugen können.

Die Ukrainer werden verstehen. Wenn plötzlich endlich jene, zufällig oder sonst wie,  russischen Panzer mit den russischen Mannschaften nach Donezk kommen würden, und nicht die gezwungenen oder von Ihnen gekauften, die Ihre  Massenmedien als russische ausgeben, wird man sie mit Blumen begrüßen. Alle. Und die, die Geld haben – werden die Blumen kaufen, die die keins haben werden welche von den Beeten klauen. Aber sie werden mit Blumen begrüßt. Was denken Sie warum? Wirklich, weil sie ein ganzes Jahr aus diesen Panzern in Donezk beschossen wurden?

Sie können uns für Menschen zweiter Klasse halten, mit nicht richtiger Rasse, für Wattejacken, wie man dort bei Ihnen nach uns ruft, aber Sie stimmen mir sicher zu, es kann bei einer Millionenstadt, bei ihren ganzen Bewohnern nicht ein solcher Wahnsinn sein. Fragen Sie die Bewohner von Charzysska, von Sneschnowo, von Amwrossijewki – was sie denken, wessen Truppen ihre Städte beschossen.

Die Menschen aus Debalzewo, die sich unter der ukrainischen Okkupation befanden, sie erzählten, dass die Nazigarden und der «Rechte Sektor» ihre Stadt beschoss. Manchmal schlugen sie aufeinander ein und manchmal schlugen auch Beide auf die „Separatisten“ ein, dass heißt auf die Häuser der Einheimischen. Ja so war das und Sie werden es wieder nicht nachprüfen, Sie fragen sich selbst? Wie kann das sein? Kann nicht sein. Seltsamerweise, ja? Bei uns – da kann es genauso sein, wie Sie sich das vorstellen und bei Ihnen – kann es nicht sein? Und alles ist so einfach – sie schossen nicht auf sich. Sie schossen auf Debalzewo und nicht auf Kiew, nicht auf Rowno, Tschernigow oder Ternopol, woher sie stammen. Sie schossen auf uns. Deshalb sind sie schließlich auch hierher gekommen.

Und mehr als das Internet brauchen diese Kommentatoren nicht, die über den Einfall der russischen Truppen schreiben, über unseren Selbstbeschuss  und die Greueltaten – terroristisch-okkupierend von den russischen Truppen. Da kann man immer die Informationen von dieser Seite öffnen und auch die alternative Seite erkennen. Ich interessiere mich auch immer für die Informationen von Ihrer Seite, obwohl ich bei Ihnen immer nicht weiß, was ein Fake ist. Aber ich interessiere mich dennoch. Sie dagegen – Sie beschmutzen die Schablonen Ihrer Propaganda.

Ich weiß, warum Sie sich nicht für die alternativen Informationen interessieren. Das ist Ihnen furchtbar unbequem. Sie haben sich ihre gemütliche kleine Welt eingerichtet, in der Sie Ihre Ukri-Helden schützen vor dem Einfall Putins. Aber sobald Putin nur einen Fuß in die Ukraine gesetzt und Sie rausgeworfen hat, werden Sie in der EU, in den USA oder in der Ost-Indien-Gesellschaft sofort genommen. Es liegt bei Ihnen an der Höhe ihrer Integrität und Ihnen wird bald niemand mehr glauben. Sie verstehen sehr wohl, dass alles nicht ganz so Sache ist, Sie verstehen genau, dass es keinen Putin und keine burjatischen Panzertaucher in der Ukraine gibt, Sie verstehen, dass Ihre Helden nur eine gewöhnliche Masse Banditen ist und Ihre Soldaten, die Einberufenen, auf die in den Geschäften und in den Straßenbahnen die Streifen Jagd machen – nur ganz gewöhnliches Kanonenfutter. Bettelarm, hungrig, krank und halbnackt. Während die Macht von ganz anderen Soldaten redet – zäh wie Leder, hart wie……

Sie verstehen, dass kein Amerika Ihnen je helfen wird und auch nie daran dachte, Ihnen zu helfen, Sie verstehen, dass sich Europa schneller von Ihnen mit einer neuen Berliner Wand abgrenzen wird, als Ihnen die Visa aufzuheben. Sie verstehen sehr gut, dass während Ihr Einkommen fünfmal gefallen ist, es bei Ihrer Volksregierung um fünf – zehn Male gewachsen ist. Und Sie verstehen, dass Ihre Volksregierung – nichts anderes als Diebe am Staatseigentum, Päderasten und  Verbrecher sind.  Es wird auch keine Reformen geben. Auch das verstehen Sie.

Und ebenfalls verstehen Sie, dass das alles nur dank Ihrer unmittelbaren Unterstützung zustande kam. Gerade Sie haben es gewählt, wenn Sie auch dachten, dass es anders kommt. Es ist einfach furchtbar, dass Sie sich das wieder einmal eingestehen müssen, aber entschuldigen Sie, Sie sind Wendehälse. Dabei sind Sie das diesmal – in einer besonders verdrehten Form, da es das in der Form früher niemals gab. Sie fürchten anzuerkennen, dass sie mit all diesem gerade von  den von Ihnen so verhassten „Wattejacken“ konfrontiert  werden und dass es sich dann auch noch als richtig erweist. Und Sie hassen sie dafür noch mehr.

Und sich schon nicht mehr zurückhaltend rufen Sie auf zu verbrennen, zu zertreten, zu zerstören, mit „Windhosen“ die Kübel zuzuschütten.  Während  wir – nicht die Zeugen sondern die Wahrsager jener Schande sind, in die Sie den Eintritt gerade  begonnen haben.

Und sehr wohl verstehend, dass es in Wirklichkeit keinen Selbstbeschuss hier gibt, können Sie es doch nicht lassen danach zu brummen und  sich einen stärkeren Beschuß zu wünschen. Sie werden auch noch den nächsten Fake erfinden, wenn   Ihnen auch nur eine Sekunde davon leichter würde, dass bei den „Wattejacken“ dort dieses oder jenes nicht so geworden ist. Ihre einzige Hoffnung ist – dass es bei uns schlechter als bei Ihnen sein wird.

Weil Sie, pflichtbewusste Ukrainer, verstehen, dass wir die Zeugen Ihrer größten Schande und Niederlage sind. Und Sie verstehen ganz genau, dass Sie nichts dagegen tun können. Das ärgert Sie sehr und Sie hassen uns dafür.

Invictus maneo!

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2 Antworten zu Der Selbstbeschuss der Lugansker und Donezker Volksrepubliken

  1. MURAT O. schreibt:

    Hat dies auf D – MARK 2.0 rebloggt.

    Gefällt mir

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