Der Donbass und der Zweite Punische Krieg

Донбасс и Вторая Пуническая война

bone04405.07.2015

Übersetzt aus dem russischen: Thomas

Im Verlauf des Zweiten Punischen Krieges hat Hannibal Rom an den Rand einer Niederlage gebracht. Die Karthagische Armee bummelte anderthalb Jahrzehnte durch Italien, wie auf ihrem eigenen Hinterhof. Schließlich gelang es Publius Cornelius Scipio Africanus — (* 235 v. Chr. in Rom; † 183 v. Chr., Feldherr im Zweiten Punischen Krieg und Staatsmann der Römischen Republik. Er wurde bekannt durch den Sieg über Hannibal in der Schlacht bei Zama, der ihm die Anerkennung als einer der besten Kommandeure in der Militärgeschichte sowie den Beinamen Africanus einbrachte. Oft wurde er auch „der römische Hannibal“ genannt. d.Ü.) –, die Kriegsoperationen nach Afrika zu verlegen, die karthagischen Armeen in mehreren Schlachten zu zerschlagen, einschließlich der des unbesiegbaren Hannibals und damit nach der Welt zu römischen Bedingungen streben zu können.

In Wirklichkeit war der Sieger über Hannibal nicht der mit taktischer Begabung glänzende Scipio sondern der kluge Stratege und hervorragende Politiker Quintus Fabius Maximus Verrucosus. Nicht zufällig wählten die Römer gerade ihn erst zum Konsul und dann zum Diktator für den Lauf des ganzen Krieges. Auch in jenen Jahren, als Fabius Maximus zusätzlich noch die Magistratur persönlich führte, blieb er der einflussreichste Politiker Roms. Seine persönliche Autorität war von der Wahl zum Mitglied des Kollegiums der Päpste und zum Princeps senatus ( etwa Erster des Senats während der Römischen Republik. d.Ü.) gestärkt. Zu den Konsuln wurden seine Schützlinge oder die Mitglieder seiner Familie gewählt, allerdings „begünstigten“ seine Opponenten die Opferungen nicht, so dass ein paar Mal die Ergebnisse der durchgeführten Wahlen wieder aufgehoben wurden.

Worin bestand die Strategie von Fabius Maximus? In der richtigen Auswahl der Methode des Kampfes mit Hannibal. Die Karthagische Armee unterschied sich von der Römischen in grundlegender Weise. In der Römischen dienten die Bürger (die Rekruten, die Einberufenen) und in der Karthagischen waren es Tagelöhner. In den Händen eines talentierten Heerführers, welcher Hannibal war, zeigte sich die Armee Karthagos als ein mächtiges Instrument – in den ersten Jahren des Krieges erlitten die Römer eine katastrophale Niederlage nach der anderen. Hannibal hatte die Möglichkeit, die Truppen nicht nur auf Kosten von kriegerischen Gallischen Stämmen aus den Tälern der Po-Ebene, sondern auch auf Kosten ehemaliger römischer Verbündeter in Zentral- und Süditalien zu verstärken, die auf seine Seite übergelaufen waren. So führte jede weitere Niederlage Roms nicht nur zum Verlust der nächsten Armee, sondern es wurde auch innerlich krank (Karthago verlor fremde Bürger – die Tagelöhner, Rom dagegen seine eigenen), sondern auch zum Abfallen der nächsten Gruppen der Verbündeten.

Fabius Maximus hatte als Einziger die richtigen Schlussfolgerungen gezogen – man darf Hannibal nicht die Möglichkeit geben, weiter zu siegen. Die Armee Roms soll mit ihrer Anwesenheit auf dem Kriegsschauplatz die Manöver Hannibals binden, die lokalen Abteilungen richtig demolieren und nach Möglichkeiten suchen, die abtrünnigen Verbündeten zu bestrafen, aber es auf keinen Fall zu einem direkten Zusammenstoß kommen lassen. Im Jahre 216 v.u.Z. entschieden sich zwei Konsuln, die Strategien Fabius Maximus zu ignorieren und organisierten ein Zusammentreffen mit Hannibal in der Nähe von Cannae. (Die Schlacht von Cannae fand am 2.August 216 v. Chr. auf der apulischen Hochebene statt und war eine der bedeutendsten Schlachten im Zweiten Punischen Krieg. Das karthagische Heer unter Hannibal vernichtete dabei die mit 16 Legionen zahlenmäßig überlegenen Römer unter Führung der Konsuln Lucius Aemilius Paullus und Gaius Terentius Varro. Aufgrund der geschickten Taktik Hannibals und der Größe des Sieges ging die Schlacht in die Weltgeschichte ein. Bis heute wird sie als Paradebeispiel einer Umfassungsschlacht an Militärakademien gelehrt und die Redewendung „ein Cannae erleiden“ steht für eine vernichtende Niederlage. d.Ü.) Das war eine Katastrophe solchen Maßstabes, dass das folgende Mal, dass Rom sich ähnlich am Ende der Macht erlebte, im Jahre 378 schon in der neuen Ära war, als Kaiser Valens zusammen mit der römischen Infanterie bei Adrianopel umkam. (Die Schlacht von Adrianopel am 9. August 378 war mit ungefähr 20.000 Toten die folgenreichste Niederlage der Römer seit der Schlacht von Cannae [216 v. Chr.] und der Varusschlacht [9 n. Chr.]. Adrianopel ist heute Edime, die nordwestlichste Großstadt der Türkei. d.Ü.)

Ein ganzes Jahrzehnt lang erschöpfte Rom Hannibal in Umsetzung der Strategie von Fabius Maximus. Und nur dadurch wurden danach die Siege Scipios möglich. Jedoch war auch dann der Cunctator (Zauderer, d.Ü.) gegen die Aktivierung des Kampfes, klug darauf verweisend, dass man Karthago und Hannibal auch ohne überflüssiges Blutvergießen schwächen kann, um so mehr, weil sie eine gemietete Armee vor sich hatten, die sich bei der Abwesenheit von Siegen und großer Beute selbst zerlegt. Und je nach der Verschlechterung der Situation an der Front wachsen natürlich auch die Widersprüche zwischen Karthago und dem Heerführer. Die Schlacht – ist immer das größte Risiko.

Heute haben wir es mit einer ähnlichen Strategie Russlands im Konflikt mit den USA zu tun. Diese Strategie wurde nicht heute geboren und gerade hat sie dem Staat ermöglicht, nach den zerstörenden 90igern gerade genug zu überleben, um zu erstarken und dabei die offenen Herausforderungen Washingtons zu verwerfen. Gerade als die schwindelerregend erfolgreiche Rückführung der Krim vorbei war und im Donbass das Blut noch nicht in Strömen floß, bemerkten die breiten Volksmassen überhaupt nicht, dass es zwischen den USA und Russland einen Komplex von unüberwindlichen Widersprüche gibt und dass sich die Staaten auf dem geraden Weg zum offenen Konflikt befinden. Im Interesse Russlands war es, den Zusammenstoß möglichst lange zu verschieben. Es ist nicht wenig, was im Laufe der ganzen gewonnenen Zeit die USA schwächte, sie zwang ihre Kräfte und Mittel auszubreiten und sie in den lokalen Konflikten weltweit einzubinden. Parallel intensivierte sich Russland, entwickelte weiter die Einbindung ihrer Elite (um so vorbeugend zu verhindern, dass die innenpolitische Stabilität verletzt werden könnte), stärkte die Rolle des Staates in der Wirtschaft, trieb die Modernisierung der Armee voran, erneuerte die alten verbündeten Beziehungen und warb um neue Verbündete auf der weltweiten Arena. Im Allgemeinen hat Moskau lange und zielgerichtet das Gleichgewicht der Kräfte verändert. Und Moskau setzt genau das fort, selbst jetzt, als die Konfrontation mit Washington aus der Kategorie der Wahrscheinlichkeit in die Kategorie der Realität übergegangen ist.

Nichtsdestoweniger gestattet die Abwesenheit triumphaler Wiedervereinigungen (wie mit der Krim) und von Militärparaden in den von den proamerikanischen Nazis gereinigten Städten, sowie das im Donbass tatsächlich in Strömen fließende Blut den politischen Spekulanten, sowie den glücklichen Besitzer eines romantischen aber nicht besonders scharfen Verstandes ununterbrochen zu jammern, sich zu ärgern (und jetzt schon laut und nervig zu meckern) über „fürchtet Putin die USA zu ärgern“, «Surkow verschiebt den Donbass zur Ukraine“ bis hin zu ganz traditionellem „alle stecken sowieso unter einer Decke».

RUSSIA_58Gut, Putin ist das Staatsoberhaupt und Surkow betreut die Situation in der Ukraine. Um die Ergebnisse ihrer Tätigkeit zu bewerten darf man offenbar nicht nur ihre Opponenten anhören. Das Problem besteht darin, dass weder Putin noch Surkow eine öffentliche Diskussion mit den Vertretern „der Anschlußtheorie“ führen. Einerseits ist das konsequent, denn wenn man eine Diskussion mit dem politischen Außenseiter führt, hebt der Politiker ihn damit bis zu sich hoch, vergrössert seine Bedeutsamkeit und gewährleistet dem Außenseiter den Zufluß von neuen Anhängern. Andererseits aber, ist das Fehlen einer hörbaren Antwort auf die hysterischen Anschuldigungen für einen Teil der Gesellschaft (der nicht gewöhnt ist, selbständig zu denken) nicht nachvollziehbar – und so übernehmen die Menschen, selbst nicht fähig, die Situation zu bewerten, eine beliebige glaubwürdige Erklärung. Und das ist schon falsch, da der Teil der Gesellschaft (der wenn auch ein kleiner aber doch wichtiger ist, weil er politisch aktiv ist und was noch wichtiger ist, er ist patriotisch gestimmt) einen unwürdigen Blindenführer bekommt und die Bewegung in die falsche Richtung beginnt. Und es ist objektiv, dass das Probleme bei der Errungenschaft jener Staatsziele schafft, nach denen dieser Teil der Gesellschaft strebt.

Die staatlichen Massenmedien der Russischen Föderation haben sich noch nie durch Initiative ausgezeichnet und waren noch nie von Natur aus operativ — ohne Hinweis von oben — fähig, auf die aktuell entstehenden Probleme zu reagieren. Also werden wir selbständig versuchen, aufgrund der bekannten Tatsachen die Gerechtigkeit der Vorwürfe zu bewerten, die die Ineffektivität der Putin-Surkowschen Politik in der Ukraine betreffen.

Wir werden damit beginnen, dass von meinem Standpunkt aus die Anschuldigungen gegenüber Wladimir Wladimirowitsch und Wladislaw Jurjewitsch, für Frieden um jeden Preis (auch mit der Bereitschaft dafür zu sterben), «den Donbass in die Ukraine hineinzustopfen», minimal ein Verdrehen der Tatsachen und maximal eine aufrichtige Lüge ist. Heute verfügt die Landwehr,( Volkswehr-Neurussische Armee -voicedonbass) nach der Schätzung der Anhänger der Theorie des Hineinstopfens, an der Frontlinie über eine gut ausgebildete und ausgerüstete Armee in der Größenordnung von 55-60 tausend Mann. Vor einem Jahr waren es noch vereinzelte Partisanenabteilungen mit einer Gesamtzahl von bis zu 15000 Mann. Da geniere ich mich fast zu fragen, wer hat diese Armee geschaffen?

Im Donbass wird die Wirtschaftstätigkeit wieder hergestellt, man erneuert die Tätigkeit einiger industrieller Unternehmen, es arbeiten die Banken wieder, im Budget — der sich übrigens unter Blockade befindenden Republiken — gibt es das Geld für die Auszahlungen der Gehälter und der Renten, wobei irgendwie seltsamerweise 80 % von allen Auszahlungen in russischen Rubeln geschehen. Die Schüler bekommen ihre Zeugnisse, die es ermöglichen, nicht nur in lokale, sondern auch in die russischen Hochschulen zu wechseln. An die Studenten werden die Diplome ausgegeben. Wieder gibt es die Möglichkeit, in die russischen Hochschulen zu wechseln. Und noch vor einem Jahr war gerade die Ausgabe der Zeugnisse und der Diplome eines der größten Probleme. Der Beschuss von Donezk hatte da eigentlich noch gar nicht richtig angefangen. Die Dokumente von der Bildung der Kinder konnten sie nicht bekommen – die Ukraine gab keine aus. Jetzt ist diese Frage neben anderen ähnlichen entschieden.

Die Führung der Republiken ist nicht nur durch Wahlen legitimiert, sondern auch, teilweise, im international-rechtlichen Plan. Was „die Freunde und Partner“ nicht in ihren schlimmsten Träumen erdenken konnten, aber während Minsk II haben nicht nur Kiew, sondern auch Berlin und Paris de facto Plotnizki und Sachartschenko als die Macht anerkannt, die tatsächlich das Territorium kontrolliert, da gerade ihre Unterschriften unter dem Dokument die Regelung garantierten. Die OSZE kontaktiert die Donezker und Lugansker Behörden auch ganz offiziell. Allmählich entsteht ihre international – rechtliche Subjektivität.

Wieder geniere ich mich zu fragen, wenn Putin Surkow anleitet und der befehligt seinerseits Sachartschenko und Plotnizki, warum rüsten dann Putin und Surkow alle aus, bilden die Armee aus, schaffen die Verwaltungsstrukturen auf dem Territorium, dass sie abgeben wollen, ja tragen sogar zur finanz-ökonomischen Anpassung dieses Territoriums an Russland bei? Und wenn Putin Surkow nicht führt und Surkow hat keine Beziehung zur Tätigkeit von Sachartschenko und Plotnizki und alles das, was jetzt im Donbass ist geschah dank der Bekanntschaft der Landwehrmänner mit dem alten Khottabych (in der Sowjetunion findet ein Junge in einem Schiff, dass auf dem Flußgrund liegt, eine alte Flasche. Nach dem Öffnen kommt Khottabych raus. Der erfüllt Wünsche, verlangt aber, vorher genau darüber nachzudenken. d.Ü.), so muss man dann wohl auch Khottabych nach Minsk, nach dem Beschuß und nach allem übrigen fragen.

Um die Richtigkeit der Überlegungen zu prüfen, gibt es noch eine Methode – nämlich anzuschauen, was daüber der Feind zu sagen hat. Ich schrieb schon einmal, dass der Terminus „Surkows Propaganda“ im Kreis der Liberalverräter sofort nach einem Besuch von ihnen in der Botschaft der USA erschienen ist. Aber das ist schon lange her, kann sich in der vergangenen Zeit etwas geändert haben?

Nein. Es hat sich nichts geändert. Die Kiewer Behörden beschuldigen Surkow dessen, dass Wladislaw Jurjewitsch die Erschießung «der himmlischen Hundert» persönlich organisiert hat. Parallel beschuldigen sie Putin dessen, dass Wladimir Wladimirowitsch von Janukowytsch forderte, den Maidan frei zu schießen. Das heißt, obwohl das bei Kiew, nach Maßgabe der Auffassungsgabe unbegründet ist, man versucht, Putin und Surkow des Einwirkens auf die Ukraine mit dem aggressivsten Drehbuch zu beschuldigen.

Aber es handelt sich doch hier um das Ende 2013 – und dann um Anfang 2014. Der könnte Recht haben, der sagt, dass Putin da gerade im Begriff war, das komplette Noworossija anzuschließen (die Variante vom ganzen Donbass), und später so erschrocken ist, dass er erstarrte. So gibt Jeffrey Payette – der Botschafter der USA in der Ukraine und der tatsächliche Regent des ukrainischen Staates — der Zeitschrift „Forbes“ ein Interview, dass am 3. Juli 2015 veröffentlicht wird. Der Botschafter sagt darin: „Trotz der Absichten des Kremls, blieb die Ukraine einheitlich und die Pläne Surkows von der Stimulierung der Spaltung des Landes und der Verbreitung des Bürgerkrieges auf dem Territorium der ganzen Ukraine sind vollständig durchgefallen». Inwieweit der Botschafter anlässlich des Misserfolgs der Entwicklung der Ereignisse Recht hat wird sich zeigen (Obama hat auch schon seit langem die russische Wirtschaft „in Fetzen“ gerissen), aber sogar jetzt noch, im Juli 2015, sind die USA davon überzeugt, dass Putin (der Kreml) und Surkow „die Pläne vom Auslösen des Bürgerkrieges auf dem Territorium der ganzen Ukraine realisieren wollten”.

Wobei aus der ganzen zahlreichen Mannschaft der russischen Verwalter gerade diese zwei Menschen bei Washington die meiste Idiosynchrasie auslösen. Ist es nicht merkwürdig, dass gerade die russischen Liberalen diesen Unsinn Washingtons wiederholen? Ist es nicht merkwürdig, dass in diesem Chor die Menschen mitsingen, die sich russische Patrioten nennen?

Jedes Mal, wenn die Römer versuchten, von den strategischen Prinzipien Fabius Maximus — des Cunctadors — abzuweichen und die Karthager auf dem Schlachtfeld heldenhaft zu besiegen, bekamen sie von Hanibal den Hintern versohlt. Schließlich wurden die Römer dadurch gebändigt, dass sie die Strategie des Cunctators, wenn sie sie auch nie richtig verstehen konnten, aber immerhin als vorteilhaft empfanden. Und da haben sie ihre Experimente eingestellt.

Der Krieg im Donbass geht weiter. Niemand ist im Begriff, ihn einzustellen. Der Kreml plant zu siegen und das nicht nur im Donbass. Der Feind ist stark, schlau und hält sich an keine Regeln gebunden. Der Wunsch, sich das Genick zu brechen, wenn man in den frontalen Kampf geworfen wird, sieht edel aus. Aber sich aufzuopfern und dasselbe mit dem Land zu tun – heißt nicht das gleiche zu riskieren.

Der Militär, wenn er will, kann in den Donbass fahren und dort sterben. Zum Beispiel, hat Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch, der bei Adolf Hitler in Ungnade gefallen war und vom Oberkommando über das Heer entbunden wurde, an der polnischen Kampagne 1939 als Chef des 12. Artillerieregiments teilgenommen und ist dabei am 22. September bei Warschau umgekommen.

Der Politiker hat kein Recht, nicht mal als schöne Geste, das Land zu riskieren.

Invictus maneo!

Rostislaw Ischtschenko, der Kommentator von «Russland heute»

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5 Antworten zu Der Donbass und der Zweite Punische Krieg

  1. Frank Gottschlich schreibt:

    Zu Ischtschenkos Beitrag wurde das Titelfoto sehr durchdacht gewählt.
    Die Donbassrepubliken sind nun mal im geopolitischen Spiel der Mächte, die man einsetzen kann wie man es für (sich selbst) am vorteilhaftesten sieht. Wenn dies für die DVR & LVR das anzustrebende Ziel darstellt, dann ist es eben so. Doch ganz so, wie Russland denkt, stellt sich nach meiner Meinung sich die Sachlage nicht dar. Die Republiken haben sehr wohl die Möglichkeit, sich selbst vom Bauer zum Läufer, wenn nicht sogar zur Königin zu erheben. Allerdings müssen sie die richtigen Wege beschreiten innerhalb ihrer Grenzen. Sehr richtig stellt Ischtschenko fest, dass die Führungen der Republiken nicht nur durch Wahlen legitimiert, sondern auch, teilweise, im international-rechtlichen Plan sich befinden.Mit Minsk II haben nicht nur Kiew, sondern auch Berlin und Paris de facto Plotnizki und Sachartschenko als die Macht anerkannt, die tatsächlich das Territorium kontrolliert, da gerade ihre Unterschriften unter dem Dokument die Regelung garantierten. Die OSZE kontaktiert die Donezker und Lugansker Behörden auch ganz offiziell. Allmählich entsteht ihre international – rechtliche Subjektivität, schreibt Ischtschenko. Er drückt genau das aus, was voicedonbass seit einigen Monaten sagt. Nichts ist mehr mit Terroristen aus dem Donbass.
    Doch nun muss der Donbass sich zum tatsächlichen Staat entwickeln. Zuallerserst natürlich seine Grenzen sichern, seine Bürger vor dem Kiewer Terror schützen. Und das Wichtigste :

    Griechenland läßt grüßen…

    Anstatt im Oktober Kommunalwahlen zu organisieren, sollte ein hieb-und stichfest organsiertes 2.Referendum stattfinden. Mit der einfachen Fragestellung: Wollen wir Republiken bleiben oder streben wir eine weitgehendste Autonomie unter Russland an, wie die KRIM. Im Ergebnis wird es völkerrechtlich anerkannt werden müssen, wenn auch hier der Zeitfaktor relativ ist. China hat gezeigt, dass sie den Weg der Krimbevölkerung mitgeht…

    Gefällt 1 Person

    • DVR & LVR haben bereits 20% ihrer Bevölkerung eingebüßt. Schon vorher bestand ein Mißverhältnis zwischen der Größe und Weite des Donabas und der Einwohnerzahl — vor allem eine ähnlich „gefährliche“ Bevölkerungs-„Pyramide“ (nur noch veralteter als in Zentraleuropa und mit einem sehr hohen Anteil von Witwen), dass es mindestens für die nächsten 100 Jahren vollkommen ausgeschlossen ist, dass der Donbas „vom Bauern zum Läufer, gar zur Königin“ mutiert. Es ist schon als Erfolg zu bezeichnen, dass DVR & LVR staatlich angefangen haben halbwegs zu funktionieren. Die Menschen im Donbas können erst mal dankbar sein, dass sie auf schnellem Wege staatliche Völkerrechtssubjekte bilden konnten, so dass wenigstens schon einmal rechtlich halbwegs, wenn auch sehr schwach, die Existenz gewährleistet ist. Jeder „Größenwahn“ verbietet sich schon deshalb, weil nun einmal diese Region Europas das Einfallstor zu Russland ist — und das ja nun nicht gerade erst seit Vorgestern sondern schon seit mehr als 3000 Jahre. Und das wissen selbstverständlich auch die Strategen im Vatikan und in Washington. Ohne Russland kann dort überhaupt kein Staat existieren, der sich nicht in einer guten und fairen Art und Weise mit Russland partnerschaftlich verständigt, da ja Russland dort keine Gegner gebrauchen kann, die aufgrund der geographischen Lage, militärisch den gesamten Südwesten Russlands strangulieren könnten. Und ohne Russland sind die DVR & LVR nicht überlebensfähig, weil die ihnen feindlich gesinnten Kräfte in allem haushoch überlegen sind und diese „Mann und Maus“ schlicht annihilieren würden. Das Faschistische Regime unter der Führung einer Nazi-Junta, die von einem Hardcore-Rassisten und Erz-Kapitalisten angeführt wird, hat ja bereits bewiesen, was passieren würde, sollte denen der Sieg über DVR & LVR zufallen.

      [Menschen sind so geschichtsvergessen: bis vor 250 Jahren wurden dort immer noch Menschen gejagt und als Sklaven in alle Welt exportiert. An diesem Handel haben die Vasallen des Papstes und er selbst Jahrhunderte kräftig verdient. Erst die militärische Zerschlagung des Groß-Vasallen Littauen-Polen von 1653 bis 1783 durch Schweden und Russland, sowie die Zerschlagung des Vasallen des Osmanischen Reiches auf der Krim haben dieser Perversion in der Geschichte des Papsttums ein Ende bereitet.]

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  2. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Ein selten kluger Kommentar.

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  3. MURAT O. schreibt:

    Hat dies auf D – MARK 2.0 rebloggt.

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